80-Jähriger war schwerkrank

Homberg trauert um Ex-Bürgermeister Helmut Blau

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Stolzer Opa: Helmut Blau mit seinem Enkel Kay Rübenstahl beim Neujahrsempfang der Stadt im vergangenen Jahr. 

Homberg. Kurz vor seinem 80. Geburtstag ist am Dienstag der langjährige Homberger Bürgermeister und Ehrenbürger Helmut Blau gestorben.

Eine längere, schwere Erkrankung war vorausgegangen, in deren Verlauf er sich immer wieder Behandlungen unterziehen musste. Eine Trauerfeier findet am Samstag, 8. April, ab 11 Uhr in der Stadthalle statt.

1990 war Helmut Blau erstmals zum Bürgermeister gewählt worden. Zwölf Jahre übte er dieses Amt aus. Für seine Verdienste war er im Dezember 2003 zum Ehrenbürger ernannt worden. Viele hohe Auszeichnungen hatte Blau in den zurückliegenden Jahren erhalten. 2002 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Unter Weggefährten galt der Verstorbene als willensstarke Persönlichkeit, die politische Auseinandersetzungen nicht scheute, wenn er von einem Ziel überzeugt war.

34 Jahre Kommunalpolitik

Schon bevor Helmut Blau zum Bürgermeister gewählt wurde, trugen viele Entscheidungen in der Stadt seine Handschrift, denn er war 34 Jahre in der Kommunalpolitik tätig, unter anderem als SPD-Fraktionsvorsitzender (1972 bis 1981) und als Erster Stadtrat (1985 bis 1990).

Mit seiner Arbeit überzeugte er offenbar, denn bei der ersten Bürgermeister-Direktwahl 1996 entschieden sich die Homberger wieder für Helmut Blau.

Während seiner beiden Amtszeiten machte er den Rückbau der Untergasse, den Umbau der Drehscheibe, des Stellbergs- und Bindewegs perfekt. Er brachte die Dorferneuerung Wernswig auf den Weg und die Stützpunktfeuerwehr an der Wallstraße unter, setzte sich für die Erschließung von Neubaugebieten in Mardorf, im Holzhäuser und Mühlhäuser Feld ein sowie für das modernisierte Freibad.

Anerzogene Sparsamkeit

Hohe Auszeichnung: 2003 war Helmut Blau zum Homberger Ehrenbürger ernannt worden. Er starb am Dienstag nach langer Krankheit. Unser Foto zeigt ihn links bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde mit seiner inzwischen ebenfalls verstorbenen Frau Lore sowie dem damaligen Stadtverordnetenvorsteher Heinz Marx.   

Als Helmut Blau 2003 zum Ehrenbürger ernannt wurde, fasste der damalige Stadtverordnetenvorsteher Heinz Marx es so zusammen: „Schwerpunkt in der Arbeit Helmut Blaus war die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dies machte er zur Chefsache. Während seiner Amtszeit füllte sich allmählich das Industriegebiet. Helmut Blau verstand das Spiel mit der Macht, aber er war sich auch der Verantwortung bewusst.“

Seine anerzogene Sparsamkeit habe sich auf die städtischen Finanzen übertragen. In der Amtszeit Blaus seien die Schulden um fast zehn Millionen Mark reduziert worden.

Bis zuletzt habe sich Helmut Blau für die Belange der Stadt interessiert, schildert Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz seine Eindrücke aus Gesprächen mit seinem Vorvorgänger, die es auch in jüngerer Vergangenheit noch gegeben habe. Doch da habe man Helmut Blau seine schwere Erkrankung bereits angemerkt. Ritz sieht in dem Verstorbenen eine „sehr prägende Persönlichkeit“, die verbindlich war und eben auch sehr zielstrebig. Zu den Meilensteinen seiner Amtszeit gehörten die Firmenansiedlungen im Gewerbegebiet und der Bau der Nordumgehung.

Sehr eingesetzt habe er sich für den Erhalt des Bundeswehrstandorts Homberg, letztlich blieben diese Bemühungen aber erfolglos.

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