Tor bleibt vorerst geschlossen

Homberger Burg wieder Ziel von Vandalen

Portal zur Homberger Hohenburg ist mit einem Holztor verschlossen. Auf der Brücke zum Portal liegt Schnee.
+
Die Homberger Burg bleibt vorerst geschlossen: Der Brunnenautomat und die neue Videoüberwachung müssen zunächst in Gang gebracht werden.

Es bleibt kaum mehr zu sagen, als: Es ist schon wieder passiert. Die Homberger Hohenburg ist erneut Ziel von Vandalismus geworden. Die Burgberggemeinde machte den dritten Vorfall innerhalb weniger Monate öffentlich.

Homberg - Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte versucht, den Brunnenautomaten aufzubrechen. Nun machte sich jemand am Torriegel zu schaffen.

„Ich hoffe, wegen eines solchen Themas müssen wir nicht mehr miteinander sprechen“, sagte Alfred Uloth, Vorsitzender der Burgberggemeinde, noch im November im HNA-Gespräch. Damals hatten Unbekannte einen mehrere Kilo schweren Stein auf den Rand des Burgbrunnens geworfen, Schlüssel wurden gestohlen, Abdeckungen des Steuerungskastens des Burgbrunnens aus seiner Verankerung gerissen. Seine Hoffnung wurde nicht erfüllt. Seither gab es zwei weitere Sachbeschädigungen auf der Burg. Zuletzt am Sonntag.

Das Tor zur Burg hatte Uloth seit einem Vorfall in der vergangenen Woche, bei dem die Kasse des Brunnenautomatens aufgebrochen wurde, mit einem Riegel verschlossen. Ein Homberger habe in der Nacht zu Sonntag kurzzeitig rotes Licht auf der Burg gesehen, berichtet Uloth. Am Morgen stellte er fest, dass der Riegel aufgebogen war und das Tor offen stand. Uloth ist mit seinem Latein am Ende. „Langsam geht uns der Spaß und die Geduld verloren“, sagt er.

Warum die Burg wiederholt Ziel von Vandalen wird, kann Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder, nur mutmaßen: Aus Erfahrung wisse die Polizei, dass an Treffpunkten junger Menschen Sachbeschädigungen dieser Art häufiger passierten. Dass nun die Burg so häufig Ziel sei, sei ungewöhnlich, lasse sich aber mit ihrer abgeschiedenen Lage erklären. „Dort ist es dunkel, niemand bekommt mit, wenn jemand da ist und Krach macht“, sagt Brettschneider. Er rät Spaziergängern, sofort die Polizei zu rufen, sollten sie etwas hören.

Der Verein hat sich dazu entschlossen, vier Kameras auf der Burg zu installieren – zwei im Brunnenhaus, eine am Torturm, um den Zugang zum Brunnen zu überwachen und eine am Burgturm, die das Gelände im Blick behalten soll. 4000 bis 5000 Euro wird das laut Uloth kosten. Geld, dass der Verein nicht so einfach parat hat. Denn der angerichtete Schaden der letzten Vorfälle liege bei mindestens 800 Euro. Aus dem Münzautomaten der Brunnenanlage konnten die Unbekannten hingegen nur kleine Beträge stehlen. Die Kasse wird regelmäßig geleert.

Möglichst viel Beute zu machen, sei nicht das Ziel von Einbrechern, erklärt Brettschneider. „Ein Täter, der etwas aufbricht, weiß nie, wie viel Geld da drin ist.“ Einbrüche in Häuser etwa seien zwar geplant, aber in der Regel nicht für bestimmte Objekte. Diebe verschwendeten keinen Gedanken an den Schaden, den sie anrichten. „Die wollen einfach nur da dran.“ Vereinen bleibe, das Gelände mit Kameras zu sichern und zu überlegen, was in der Nacht abgeschlossen werden könnte.

Die Burgberggemeinde will das jetzt tun. Die Burg bleibt vorerst gesperrt. Der Brunnenautomat muss repariert und die Überwachungstechnik installiert werden. Dafür ist der Verein nun auf Spenden angewiesen. „Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Homberger“, sagt Uloth. (Chantal Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.