Förderverein "Haus der Reformation" stellt Lutherbibel aus

Homberger gehen auf Dachböden auf Schatzsuche - Bibel von 1642 gefunden

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Kostbares Stück: Bernd Herbold (links) und Eckhard Preuschhof mit der 15 Kilo schweren Lutherbibel aus dem Jahr 1642. Sie wird im Museum Haus der Reformation zu sehen sein.

Homberg. Sie schlummern auf Dachböden und in Kellern, haben viele Jahre hinter sich und oftmals unschätzbaren Wert: Schätze wie Bibeln, alte Gesangbücher oder Ortschroniken. Das Museum des Fördervereins „Haus der Reformation“ ist auf der Suche nach solchen Fundstücken.

Mit der Aktion „Schätze von Homberger Dachböden“ sollen Einwohner animiert werden, in ihrem Haus auf die Suche zu gehen. Denn dabei tauchte auch eine Lutherbibel aus dem Jahr 1642 auf. Sie wird in der Engelapotheke zu sehen sein.

Die sogenannte Kurfürstenbibel stammt aus dem Nachlass des Schriftstellers Heinrich Ruppel. Sie wurde in Nürnberg gedruckt und zeigt neben dem Neuen und Alten Testament elf Abbildungen evangelisch-lutherischer Kurhessen sowie verschiedene Glaubensbekenntnisse und Landkarten als Kupferstiche, sagt Eckhard Preuschhof, Leiter des Heimatkundlichen Archivs.

Wie sie in den Besitz des Schriftstellers, der ab 1911 Präparandenlehrer in Homberg war, gelangte, lasse sich heute nicht mehr nachvollziehen. Sicher aber ist, dass Ruppel die Bibel hat auffrischen und erneuern lassen. So seien die beschädigten Schließen an dem knapp 15 Kilo schweren Buch wiederhergestellt worden, sagt Preuschhof.

Knapp 15 Kilo schwer: Die Bibel soll in der Homberger Engelapotheke ausgestellt werden

Bereits vor fünf Jahren wurde das Buch der Stadt und dem Heimatkundlichen Archiv übereignet. Der Enkel von Heinrich Ruppel habe schon damals gewollt, dass die Bibel ausgestellt wird, erzählt Preuschhof. Bisher gab es aber keinen geeigneten Platz für das kostbare Stück. Mit Eröffnung des Museums in der Engelapotheke, die laut Bernd Herbold vom Vorstand des Fördervereins für 2019 geplant ist, soll das Buch allen zugänglich sein.

Der Lutherbibel sollen weitere Fundstücke folgen, das Museum nach und nach gefüllt werden: „Wir erhoffen uns mit der Aktion, dass wir weitere Schätze finden“, sagt Herbold. Wer glaubt, etwas von Interesse zu besitzen, kann sich bei der Stadt unter Tel. 0 56 81/994 100 melden oder bei Bernd Herbold unter Tel. 0 56 81/61 82.

Gemeinsam mit dem Mediävisten Dr. Jürgen Schulz-Grobert würden die Stücke gesichtet. „Dann wird überlegt, ob es etwas für das Museum ist“, so Herbold. 

Außerschulischer Lernort in der Engelapotheke

Im Museum des Fördervereins „Haus der Reformation“ soll ein außerschulischer Lernort entstehen. Besonders Kinder und Jugendliche sollen mit dem geplanten Konzept angesprochen werden, berichtet Bernd Herbold. So seien mehrere Module geplant: Modul eins umfasst das Erdgeschoss der Engelapotheke, Modul zwei bezieht das Hohenburgmuseum im Obergeschoss mit ein. Im dritten Modul wird die Marienkirche hinzukommen, Modul vier umfasst zusätzlich die Burg. Auch Buchbinder-Kurse für Schüler seien laut Herbold geplant.

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