Gewichtsklasse bis 66 Kilo

Jeder Muskel zählt: Homberger ist Hessischer Meister im Kraftdreikampf

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Voll ausgestattetes Fitnessstudio im Gartenhaus: Martin Holfeld hat sich seinen eigenen Trainingsort mitten im Garten geschaffen. Dort ist Platz für Klimmzüge und Hanteltraining. 

Kreuzheben, Kniebeugen, Bankdrücken – wo so mancher beim Gedanken an schwere Gewichte schon schwächelt, kann Martin Holfeld nur müde lächeln.  Er ist Hessischer Meister im Kraftdreikampf.

Kreuzheben, Kniebeugen, Bankdrücken – wo der ein oder andere allein beim Gedanken an schwere Gewichte schon schwächelt, kann Martin Holfeld nur müde lächeln. 

Wenn Martin Holfeld auf der Hantelbank liegt, ist jeder Muskel seines Körpers angespannt. Ohne Konzentration geht hier nichts. Langsam hebt er die die Hantelstange aus der Verankerung, senkt sie, hält sie, drückt sie wieder nach oben. Knapp 100 Kilo stemmt der Homberger so im Wettkampf.

Auf den ersten Blick nicht selbstverständlich. Denn der 56-Jährige wiegt selbst gerade einmal 68 Kilo. Hessischer Meister im Kraftdreikampf in der Gewichtsklasse bis 66 Kilo ist er trotzdem geworden.

Trainingsraum in der Gartenhütte eingerichtet

Geplant war das alles aber nicht, erzählt Holfeld, der sich in seiner Gartenhütte sein eigenes kleines Fitnessstudio eingerichtet hat. An der Wand hängt eine Stange für Klimmzüge, auf einem kleinen Tischchen stapeln sich die Trainingspläne. Und auf dem Fußboden? Da liegen reihenweise Gewichte.

Angefangen mit dem Hanteltraining hat der Lehrer für Chemie und Sport bereits vor elf Jahren. Damals habe sein Freund trainieren wollen, sagt Holfeld. Und so wurde auf der Hantelbank gepowert. Woche für Woche. Bis sie einen Bericht über den Kraftdreikampf gelesen hätten. Dann war klar: „Das schaffen wir auch.“

Das war vor vier Jahren. Inzwischen trainiert der Homberger fünf bis sechsmal in der Woche. Die Treffen mit seinem Freund sind geblieben. Ansonsten hat sich Holfeld professionalisiert: Einmal wöchentlich geht es zu seinem Trainer nach Niestetal. Dann stehen Krafttraining und Ausdauer auf dem Programm. 

Martin Holfeld: Man braucht eine Gesamtfitness

Denn um solch eine Leistung wie bei der Hessischen Meisterschaft abzurufen, sei es wichtig, eine gewisse Gesamtfitness zu besitzen. „Ich muss zwei Mal die Woche laufen.“ Außerdem stehen Klimmzüge und Planks (Unterarmstütz) auf dem Programm. Diese Gesamtfitness ist Holfeld anzusehen. Der 56-Jährige besteht aus Muskeln, kein Gramm Fett ist ihm anzusehen.

Trotzdem sei die Teilnahme an einer Meisterschaft nie das Ziel gewesen. „Das hat sich hochgeschaukelt. Ich habe es dann einfach probiert.“ Bereits beim ersten Versuch im vergangenen Jahr wurde der Homberger Hessenmeister im Bankdrücken. 87,5 Kilo stemmte er damals. „Das ist meine Vorzeigedisziplin“, berichtet er. 

In diesem Jahr probierte sich Holfeld im Kraftdreikampf: Kreuzheben, Bankdrücken und Kniebeugen mit Gewicht. Um in der Gewichtsklasse 66 Kilo antreten zu können, musste er drei Kilo abnehmen – „mit Saunagängen und Laufen“.

Bankdrücken Martin Holfelds seine Paradedisziplin

Und er war erfolgreich: In seiner Paradedisziplin, dem Bankdrücken, konnte er seine eigene Bestleistung um zehn Kilo steigern. „Das ist schon sehr viel. Jetzt sind aber 110 Kilo das Ziel“, erzählt Holfeld. Bei den Kniebeugen, bei denen Sportler gerade stehen und mit der Hantelstange in die Kniebeuge und wieder in den geraden Stand gehen müssen, schaffte er 102,5 Kilo. Beim Kreuzheben, bei dem die Hantel am Boden liegt und angehoben werden muss, gelang es dem Homberger sogar, 125 Kilo zu stemmen.

Mit dem Sieg bei den Hessischen Meisterschaften hat sich Martin Holfeld für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im März qualifiziert. Sein Ziel: „Ich will unter die ersten Drei kommen.“

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