Hombergerin päppelt verletzten Wildhasen Findus auf

Familienbild mit Hund und Hase: „Ersatzmama“ Julia Haas aus Homberg mit dem Wildhasen Findus und Hundedame Luna beim Kuscheln auf dem Sofa. Foto: Schürgels

Homberg. Als die Oma von Julia Haas vom Spaziergang nach Hause kommt, ist nicht nur ihr Hund dabei. Sie bringt einen verletzten Wildhasen mit. Jetzt kümmert sich die 19-Jährige um das Tier.

Der Hund hatte das Tier auf einem Feld im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Hessentagsgelände angegriffen und verletzt.

„Das Tier hat gezittert und meine Oma hat das Tier angefasst“, sagt die 19-Jährige. Eigentlich soll man Wildtiere ja nicht anfassen, weiß auch die Familie, doch in der Aufregung sei der Oma das nicht eingefallen. „Damit das Tier nicht stirbt, haben wir es zu uns genommen und erstmal zum Tierarzt gebracht“, sagt die Ersatzmama.  

Mit viel Engagement peppelt Julia Haas das Tier nun auf. Alle vier Stunden gibt es Katzenaufzuchtsmilch. „Am Anfang nur drei Milliliter, jetzt trinkt das Kerlchen bis zu 15 Milliliter Milch. Dazu gibt es auch Grünfutter“, sagt sie.

Pudelwohl fühlt sich das Tier inzwischen, auch weil die quirlige Hundedame Luna sich mit um Findus kümmert. „Auch zu unserer Überraschung putzt und säubert sie den Hasen. Beide verstehen sich sehr gut“, freut sich Julia Haas.

Trotz allem: Wildtiere sind keine Haustiere. Das weiß auch Julia Haas. „In der Natur wäre das Tier sonst gestorben. Da es ein Notfall war, haben wir so gehandelt“, erklärt sie. Denn wenn Wildtiere vom Menschen angefasst werden, nehmen sie den Geruch des Menschen an und werden von der Mutter nicht mehr angenommen. Das bedeutet für das Jungtier in den meisten Fällen den Tod. Bei Unsicherheiten, wie mit einem verletzen Wildtier umzugehen ist, sollte ein Jäger um Rat gefragt werden.

Julia Haas holt sich Tipps von der Wildtierrettung. Neben Milch wird das Tier vermehrt an Grünfutter herangeführt.

Wenn Findus ausschließlich das Grünfutter frisst, möchte sie einen Versuch starten, das Tier wieder an die Wildnis zu gewöhnen. Ob dies allerdings klappt, weiß niemand. Vorerst lebt es mit der Familie in Homberg und bekommt im Garten ein großes Gehege.

Einen dringenden Appell hat die 19-Jährige noch: „Bitte leint die Hunde an, damit gerade im Frühjahr die Jungtiere nicht zufällig Opfer von solchen Attacken werden“.

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