Onlinehandel für die Region

Homeberger gründen Online-Plattform für lokale Einzelhändler 

ARCHIV - 18.11.2011, Sachsen, Dresden: ILLUSTRATION - Auf der Webseite eines Online-Shops ist das Symbol des Warenkorbs (Einkaufswagen) zu sehen. Die Bundesbürger blicken weiterhin deutlich zuversichtlicher in die Zukunft als die meisten anderen Europäer. (zu dpa "Umfrage: Deutsche Verbraucher sind besonders optimistisch") Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
+
Per Mausklick in den Einkaufskorb: Das soll jetzt auch für Händler im Schwalm-Eder-Kreis möglich sein.

Regionale Waren so einfach finden und bestellen wie bei den Online-Handelsriesen Amazon und Zalando: Die Gründerinitiative Homeberger und das Carsharing-Unternehmen Regio-Mobil bauen einen regionalen Online-Marktplatz samt Lieferservice für lokale Einzelhändler auf.

Unterstützt werden sie dabei vom Regionalmanagement Nordhessen. Der Schwalm-Eder-Kreis gilt als Pilotregion. Funktioniert es im Landkreis, könnten sich weitere nordhessische Landkreise anschließen.

„Wir wollen helfen, die Versorgung im ganzen Landkreis sicherzustellen“, sagt Jonathan Linker von den Homebergern. Auf der Plattform „siebensachen“ sollen Kunden einkaufen können, was es im lokalen Einzelhandel gibt – und zwar direkt bei ihrem Händler vor Ort. Nur eben nicht im Geschäft, sondern online. So wollen die Gründer eine Lösung für den Handel bieten, der von der Coronakrise stark getroffen wurde. Ziel ist, ein nachhaltiges Angebot auch über die Krise hinaus zu schaffen.

10.000 Euro investieren die Homeberger solidarisch in das Projekt. Aus dem Wunsch, kurzfristig mit einem fertigen System in der Krise zu helfen, sei ein Entwicklungsprozess entstanden, der es ermöglichen soll, spezielle Bedürfnisse in die Entstehung der Plattform miteinzubringen. Das ist auch der Grund, warum die Plattform nicht bereits in den nächsten Tagen an den Start geht, sondern erst zum Sommer hin, so Linker.

Die Homeberger glauben, dass Menschen gerade jetzt offen für ein solches Vorhaben sind. Es sei für viele spürbar, wie schlecht es lokalen Händlern gehe. „Die Empathie ist da. Da können wir solidarisch sein“, sagt Linker.

Egal ob Buchladen, Klamottengeschäft oder Direktvermarkter: „siebensachen“ steht jedem Händler offen. Diese können zwischen drei Grundversionen wählen – und später entscheiden, ob sie die bestellte Ware selbst zum Kunden bringen oder über den geplanten Lieferservice von Regio Mobil verteilen lassen.

Bei dem Angebot gehe es aber keinesfalls darum, künftig alles über das Internet abzuwickeln, betont Michael Schramek, Geschäftsführer von Regio Mobil. „Es geht um eine bessere Sichtbarkeit.“ Nicht nur einkaufen soll auf „Siebensachenkaufen“ möglich sein. Auf der Seite sollen künftig auch Veranstaltungen in der Region gesammelt werden. „Es wird ein Portal für die Region“, ist sich Schramek sicher. 

Von Chantal Müller

Wegen Corona steigt die Nachfrage nach Bio-Lebensmittel. Ein Biobauer aus dem Schwalm-Eder-Kreis hat nun einen Webshop gegründet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.