Thema war der Leerstand in der Altstadt

HR-Fernsehen drehte in Homberg für die Sendung Wilde Camper

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Die Wilden Camper zu Gast in Homberg: Die Moderatoren Daniel Mauke und Julia Tzschätzsch (links und rechts vom Kameramann) im Gespräch mit Einzelhändlern.

Homberg. Das HR-Fernsehen war in Homberg zu Gast und brachte für die Sendung "Wilde Camper" Homberger an einen Tisch. 

„Toter kann die Hose nicht sein“ – das empfinden einige Homberger, die vom HR-Fernsehen über den Zustand der Altstadt befragt wurden. Für die Sendung „Wilde Camper“ hat der Sender Bürger, Gewerbetreibende und Bürgermeister Dr. Nico Ritz an einen Tisch gebracht. Es wurden Wünsche, Anregungen und Kritik geäußert. Am Ende waren sich aber alle einig: Wir müssen mehr miteinander sprechen, um in unserer Stadt etwas zu bewegen. Und: „Ab jetzt läuft’s“.

„Wir waren mal stolz auf diese Stadt“, sagte Sigrid Koch vom Schuhhaus Koch. Es seien zu viele Geschäfte außerhalb der Stadt angesiedelt worden. Die Innenstadt sei zu wenig im Fokus. „Wir fühlen uns allein gelassen“, fügte Martin Bickel vom Modehaus Griesel an. Doch nicht nur die fehlenden Geschäfte in der Altstadt stören die Einzelhändler. Auch die Parkplatzsituation war Thema. Zu wenige Stellplätze seien vorhanden, noch dazu könne nur kurz auf dem Marktplatz geparkt werden.

„Viele glauben, durch mehr Parkplätze gibt es eine höhere Kundenfrequenz. Das hätte aber viel weniger Aufenthaltsqualität“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Zudem stünden Plätze an der Wallstraße zur Verfügung. Was Menschen wirklich in die Stadt ziehe, seien Lebensmittelmärkte. Davon habe es vor 25 Jahren noch fünf Stück gegeben. „Heute sind es null. Das ist das Problem“, so Ritz.

Eine Lösung dafür sei das geplante Einkaufszentrum an der Drehscheibe. „Damit versuchen wir, den Trend umzukehren. Wir sind guter Dinge, dass es in den nächsten zwei Jahren fertig ist“, so Ritz. Dass es aber nicht so wie früher werde, das müsse allen klar sein. „Es ist total unrealistisch, dass alle Läden voll mit Händlern werden.“

Homberg sei in einer „desolaten Situation“, sagte Stadtforscher Folckert Lüken-Isberner aus Kassel. Leerstände dürften als solche nicht direkt zu erkennen sein, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept fehle, Nachbarn müssten Anreize haben, sich bei Arbeiten zusammenzuschließen. „Das ‘Wir in Homberg’ muss wieder aktiviert werden“, sagte Isberner. Die Homberger müssten sich auch an ihre eigene Nase fassen, die Schuld für den Leerstand in der Innenstadt und kostenpflichtige Parkplätze könne nicht nur der Politik gegeben werden, sagte eine Bürgerin. Niemand könne irgendwo umsonst parken – nicht in Kassel, nicht in Melsungen, sagte sie.

Trotz aller Kritik und Diskussionen waren sich Bürgermeister und Einzelhändler, die von den Moderatoren Julia Tzschätzsch und Daniel Mauke an einen Tisch gebracht wurden, in einem doch einig: Es muss sich etwas tun in der Stadt. „Wir müssen daran arbeiten, unsere Attraktivität zu steigern“, sagte Ritz. Und Martin Bickel brachte es für viele bei der Aufzeichnung Anwesende wohl auf den Punkt: „Wir müssen mehr miteinander sprechen in der Stadt“, sagt er.

Wilde Camper im Hessenfernsehen

Die aufgezeichnete Sendung mit den Wilden Campern in Homberg wird voraussichtlich am Mittwoch, 23. Mai, ab 21 Uhr im HR ausgestrahlt. In 45 Minuten wird dann gezeigt, welche Lösungen und Ideen sowohl Bürgermeister Dr. Nico Ritz, als auch Händler wie Martin Bickel vom Modehaus Griesel umsetzen wollen.

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