Heim für 60 Arbeiter

Hülsaer Tagungshaus wird Beherbergungsbetrieb 

+
Wird vom Rüstzeitheim zum Beherbergungsbetrieb: Das Assa-von-Kram-Haus in Hülsa. Das Homberger Parlament schuf die Voraussetzungen dafür.

Das sorgte in der Homberger Parlamentssitzung für heftige Diskussionen: Das Hülsaer Assa-von-Kram-Haus, das ehemalige Tagungshaus der Bundeswehr, wurde in einen Beherbergungsbetrieb umgewandelt.

Im Heim sind seit drei Jahren 60 osteuropäische Arbeiter des Logistik-Dienstleisters Promota.de untergebracht, die für Logistiker in der Region arbeiten.

Die Homberger Stadtverordneten machten den Weg für die Umwandlung frei – aber erst nach heftigen Diskussionen um gerechte Bezahlung und menschenwürdige Unterbringung der Arbeiter. Bündnis90/Die Grünen stimmten geschlossen dagegen, von FWG und Bürgerliste kam je eine Gegenstimme. Damit unterstütze man Lohndumping und menschenunwürdige Verhältnisse, sagte Klaus Bölling (Grüne). Die Arbeiter würden in Bussen nach Hülsa gebracht, hätten kein eigenes Auto und lebten dort abgeschieden. „Jeder von uns sollte sich fragen, ob er so leben will.“

Auch Elke Mittendorf (FWG) sprach sich dagegen aus: „Wenn wir nicht zustimmen, kann der Kreis die Nutzung des Betriebes untersagen.“ Zwar zahle die Firma den Arbeitern den gesetzlichen Mindestlohn, dennoch mache sie so den Arbeitsmarkt kaputt. „Wollen wir ein solches Unternehmen unterstützen?“, fragte sie.

Grundsätzlich seien dies prekäre Arbeitssituationen, sagte Christian Haß (CDU). Dennoch hätten sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt verändert. „Wir müssen sicher stellen, dass solche Arbeiten erledigt werden“, sagte er. Die Unterbringung in Hülsa sei in Ordnung, das habe man geprüft.

Martin Herbold (SPD): „Wir unterstützen nicht den Niedriglohnsektor, doch der Bedarf ist da. Wir tragen Verantwortung für eine menschenwürdige Unterbringung.“ Wenn man nicht zustimme, würden die Menschen in noch schlechtere Unterkünfte verlegt.

Achim Jäger (FWG) sagte, dass es im Kreis viel schlechtere Häuser dieser Art geben. „Die Leute brauchen das Geld und wollen ihre Familien unterstützen.“ Wenn man nicht zustimme, bestrafe man die Falschen. Die Arbeiter hätten es dann auszubaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.