Im Grünen ackern

Summer of Pioneers: Gartenprojekt am Burgberg in Homberg wächst

Erste Ernte im neuen Garten: Tobias Kauer von den Pionieren und Julia Walker, die die Montessori-Schule in Homberg aufbaut, engagieren sich für den Gemeinschaftsgarten.
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Erste Ernte im neuen Garten: Tobias Kauer von den Pionieren und Julia Walker, die die Montessori-Schule in Homberg aufbaut, engagieren sich für den Gemeinschaftsgarten.

Gemeinsam geht alles besser – auch das Gärtnern. Davon sind die jungen Leute überzeugt, die derzeit im Rahmen des Projektes Summer of Pioneers (Sommer der Pioniere) Homberg bevölkern und neue Lebens- und Arbeitsformen auf dem Land testen.

Eines der Projekte ist der Gemeinschaftsgarten unterhalb des Burgberges.

Tobias Kauer hat die Initialzündung dafür gegeben. Seine Vorstellung vom Landleben ist mit Grün verbunden. Er wohnt derzeit für das Projekt in der Stadt. Einen Gemeinschaftsgarten nutzt der Berliner, der normalerweise in Neukölln wohnt, auch in der Hauptstadt. Am Tempelhofer Feld baut er Obst und Gemüse an, verrät der 32-Jährige, der aus Alsfeld stammt.

Der Informatiker hat zu Beginn des Projektes von einem solchen Garten erzählt und prompt habe die Stadt ihm ein solches Areal zur Verfügung gestellt. Am Fuße des Burgbergs befindet sich versteckt ein nahezu ideales Gelände. Einst privat genutzt, ist sogar eine Hütte dort vorhanden. Doch getan werden muss noch eine Menge, sagt Kauer. Gemeinsam mit anderen Pionieren wurde das gesamte etwa 1500 Quadratmeter große Gelände vom gröbsten Dickicht befreit, kleine Beete wurden angelegt. Die ersten Zucchinis wachsen schon.

Zarte Pflänzchen: So sahen die frisch angelegten Beete kurz nach dem Pflanzen aus.

Der Garten soll ein Rückzugsort und zugleich ein Treffpunkt werden, bei dem man beim Gärtnern und Verarbeiten der Ernte ins Gespräch kommt. So wünscht es sich Kauer. „Es ist ideales Gelände für Familien.“ Kinder könnten spielen, gemeinsam sei der Anbau von Obst und Gemüse möglich. Da hat sich bereits Julia Walker eingeklinkt. Sie will in Homberg eine Montessori-Schule eröffnen. Für sie ist es ein idealer Ort für einen Lehrgarten. Schüler könnten Gemüse anbauen, Ernährung mit gesunden, selbst angebauten Produkten lernen. Außerdem sei der Garten nahe an der geplanten Schule und so für Unterricht im Freien nutzbar.

„Der Garten soll ein Ort der Begegnung werden“, sagt Kauer. Ein Treffpunkt, der nach der Arbeit einen Ausgleich zu Büro und PC-Arbeit bietet. Auch Integrationsprojekte seien vorstellbar. „Ein Sprachcafé in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund ist schon geplant.“

Der Garten sei eine tolle Ressource, in der soziales Lernen mit Natur- und Umweltbewusstsein verbunden werden könnte, sagt Kauer. Und die Ideen gehen noch weiter: Im Gartenhäuschen kann sich Walker etwa eine kleine Bibliothek gut vorstellen, die Ernte könne dort teilweise gelagert werden. Für Tobias Kauer jedenfalls ist es ein Anstoßen. Er wird nach dem Sommer zurück nach Berlin gehen. „Aber es kann sich etwas daraus entwickeln“, sagt er. Ein Landschaftsgärtner habe den Garten begutachtet und Vorschläge für Kultivierung und Freiflächen gemacht.

Eine Vereinsgründung hält der Berliner dennoch nicht für nötig – es müsse zwar Verantwortung mit einer gewissen Verbindlichkeit übernommen werden, aber es solle nicht zu bürokratisch sein. Für Kauer und Walker trägt ein solches Projekt auch zur Innenstadtbelebung bei. „Es stärkt die Attraktivität der Stadtwohnungen.“ Die erste Infrastruktur ist auch auf dem Weg: Strom und Wasser sollen demnächst verlegt werden.

Kontakt: Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail bei den Pionieren melden: pioneers@homberg-pioneers.de oder donnerstags im Kubus am Marktplatz zum Wochenmarkt. (Christine Thiery)

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