25 Jahre Stadthalle Homberg

Früher und heute: Die Stadthalle kurz nach ihrer Fertigstellung.

Homberg. Vor über 30 Jahren hatte Georg Ritter aus Homberg die Idee, aus dem alten Gudeschen Saal eine Stadthalle zu machen. Er setzte sich durch.

Homberg. Ein Mensch hat eine Idee. Er sieht sich das fast abbruchreife Gebäude des früheren Gastwirts Gude genauer an und erkennt die architektonische Schönheit des Bauwerks. Und der Bauingenieur sieht, dass das Gebäude wiederhergestellt werden könnte - als Festhalle. Dieser Mensch war Georg Ritter. Das Gebäude ist die heutige Homberger Stadthalle, und all das ist über 30 Jahre her.

In der HNA Fritzlar-Homberg äußerte er im Dezember 1984 den Weihnachtswunsch, aus dem ehemaligen „Gudesche Saal“ die Stadthalle werden zu lassen.

Ein Wunsch, der Wellen schlug. Bei den Hombergern, die sich nach einem solchen Veranstaltungsraum sehnten. Vor allem auch in der Homberger Politik, denn nicht alle Politiker waren von der Idee eines Festsaals in der Innenstadt überzeugt. Der Plan von einer Stadthalle auf der grünen Wiese machte die Runde. Georg Ritter hielt aber an seiner Idee fest und hatte schnell viele Mitstreiter auf seiner Seite.

Der „Förderverein Stadthalle Gudescher Saal“ wurde gegründet. Geld gesammelt, die Menschen informiert, Überzeugungsarbeit geleistet und immer weiter an der Umsetzung des Plans gearbeitet. Mit Erfolg. „Die Zeit war reif für diese Idee“, sagt Georg Ritter heute. Über die politischen Querelen von einst und den schweren Weg zum Ziel mag er nicht mehr reden. „Ich will da nichts aufwirbeln“, sagt er. Die Freude überwiege heute.

Was er nicht sagt - was aber in der Chronik nachzulesen ist - ist, dass er einigen Politikern damals als unbequem galt. Sogar so sehr, dass sie ihn, die Triebfeder des Umbaus, trotz des großen Erfolgs in ihren Reden bei der Einweihungsfeier nicht erwähnten. „Das sollte nicht in Vergessenheit geraten“, hatte danach Georg Friedrich Reim, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, geschrieben. Denn ohne Ritter und seine Mitstreiter hätte es dieses gute Ende wohl nicht gegeben.

Worüber Georg Ritter aber gerne spricht, das ist der Gedanke an die erste Führung durch das abbruchreife Gebäude und die ungläubigen Blicke der Teilnehmer. Denn damals war es nicht ein großer Saal, es gab eine Zwischendecke.

Und er freut sich noch heute über die große Unterstützung der Denkmalpflege, darüber, dass der Verein schnell 350 Mitglieder hatte, und über den tollen Zusammenhalt der Homberger. „Wir waren die gude Koalition“, sagt er und lächelt zufrieden.

Am 19. April 1991, nach über sechs Jahren, war das historische Jugendstilgebäude als Stadthalle fertiggestellt und bald darauf der Verein aufgelöst. „Es hätte nicht besser kommen können“, sagt Ritter heute beim Gang durch die Stadthalle.

Auf das Jubiläumsfest vom 22. bis 24. April freut er sich besonders - und ganz sicher wird er diesmal auch in Politikerreden erwähnt.

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