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Kasino an der alten Villa in Homberg wird abgerissen

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Von: Lea Beckmann

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So soll die Villa an der Kasseler Straße in Homberg nach dem Abriss des Spielkasinos aussehen.
So soll die Villa an der Kasseler Straße in Homberg nach dem Abriss des Spielkasinos aussehen. © Architekten Kubus

Zwei Jahre hatte der Betreiber des Spielkasinos in der Villa an der Kasseler Straße in Homberg Zeit, um einen neuen Standort zu suchen: Der Vertrag für seinen Betrieb läuft nun aus.

Homberg – „Er wird die Fläche in den nächsten Wochen räumen – es verläuft alles in großem Einverständnis und unproblematisch“, berichtet Mohamed Younis, Geschäftsführer von Schoofs Immobilien, der die Villa samt Spielkasino gekauft haben. Der Investor des Homberger Einkaufszentrums an der Drehscheibe will so das Areal aufwerten. Schoofs Immobilien hatte eine siebenstellige Summe bezahlt, um die Villa und das Kasino in ihren Besitz zu bringen.

Normalerweise hätte der Kasinobetreiber schon die Räume verlassen müssen, sein, aber „wir dulden es noch, dass er nach und nach die Fläche räumt“, so Younis. Die Corona-Pandemie sei für den Betreiber eine harte Zeit gewesen. „Wir hatten uns daher bei dem Kauf schon bewusst gemacht, dass wir ihm Zeit geben, um etwas Neues zu finden – und die geben wir ihm auch jetzt“, sagt Younis.

Die Villa an der Kasseler Straße in Homberg soll in ihren alten Zustand versetzt werden.
Die Villa an der Kasseler Straße in Homberg soll in ihren alten Zustand versetzt werden. © Lea Beckmann

Aus Gründen des Spielhallenrechts aber könnte ein Spielbetrieb für den Betreiber des Kasinos in Homberg schwierig werden, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Darin ist unter anderem festgelegt, dass zwischen zwei Spielhallen mindestens 300 Meter Luftlinie liegen müssen. Diese Distanz muss auch zwischen Spielhallen und Orten wie etwa Schulen eingehalten werden. Bislang hat der Betreiber Peter Krieger, noch keinen neuen Standort gefunden. „Es wäre schön, wenn ich einen neuen Standort finde – ich möchte weiterhin in Homberg ansässig bleiben“, sagt Krieger.

Im Frühjahr 2023 sollen die Umbau- und Sanierungsarbeiten beginnen. „Dann sind die Wintermonate rum und wir können loslegen.“ Die Villa soll in ihren historischen Zustand gebracht werden. Das heißt: Der Anbau wird komplett abgerissen. Der Außenbereich soll saniert werden – unter anderem sollen ausreichend Parkplätze geschaffen werden. Am Gebäude selbst gibt es keine „großartigen Veränderungen, da es denkmalgeschützt ist.“ Der Innenteil solle saniert werden. Die Kosten für den Abriss und Umbau belaufen sich auf 250 000 Euro.

Ein historisches Bild der Villa. Repro: Mohamed Younis
Ein historisches Bild der Villa. Repro: Mohamed Younis © Privat

Über die neue Nutzung der Villa konnte der Geschäftsführer allerdings noch nicht viel berichten. „Wir hatten bis Oktober die Hoffnung, dass das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Räume vielleicht nutzen will, aber da haben wir nun eine endgültige Absage bekommen.“ Younis stelle sich aber dennoch Büroräume in der Villa vor. „Wir wollen auch mit der Stadt Homberg und dem Landkreis sprechen, ob sie sich vorstellen können, die Räume zu beziehen“, so Younis. Die Villa solle auf jeden Fall in eine öffentliche Nutzung übergehen. „Vielleicht wäre es auch etwas für die Volkshochschule“, sagt der Geschäftsführer. (Lea Beckmann)

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