Kassenärztliche Vereinigung zu Vorwürfen des Homberger Patienten

Gravierende Beschwerden über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD), wie sie der Patient aus Homberg geschildert habe, seien absolute Einzelfälle, erklärte Petra Bendrich, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen.

„Wir bedauern das sehr.“ Die geschilderten Wartezeiten beim Telefonat mit der Dispozentrale des ÄBD seien allerdings nicht nachvollziehbar. Alle Gespräche würden aufgezeichnet, der Anruf von Reinhold H. sei jedoch nicht dokumentiert. Dafür gebe es zwei mögliche Ursachen, entweder sei die Dokumentation fehlerhaft oder der Anrufer habe nur nach den Dienstzeiten gefragt. Die Wartezeiten lägen üblicherweise bei maximal einer Minute.

Das Ehepaar aus Homberg berichtet jedoch, dass man mit einem Disponenten gesprochen habe. Bei der Schwere der geschilderten Erkrankung wäre es besser gewesen, den Patienten für einen Hausbesuch des diensthabenden Arztes einzuplanen, so die Sprecherin der KV. Das Verhalten der Mitarbeiterin in der Bereitschaftsdienst-Zentrale in Fritzlar hält Petra Bendrich für angemessen. Bei den Sprechstunden-Mitarbeitern handele es sich um medizinische Fachangestellte. „Da die Sprechstunde extrem voll war und viele andere Patienten mit Schmerzen sowie Kinder mit hohem Fieber schon lange warteten, war es richtig, die Reihenfolge einzuhalten.“

Der Darstellung widersprechen Reinhold und Dorith H.. In der Sprechstunde seien noch vier bis fünf weitere Patienten gewesen, die angeboten hätten, Reinhold H. vorzulassen. Das sei aber von der Sprechstundenhilfe ignoriert worden. Eine Konsequenz wird der Vorfall haben. Ab dem 1. Februar sollen die Sprechzeiten der Bereitschaftsdienst-Zentrale in Fritzlar an Samstagen und Sonntagen ausgeweitet werden. Sie beginnen dann schon um 9 Uhr statt um 10 Uhr. 94 niedergelassene Allgemeinmediziner und niedergelassene Fachärzte sind seit Anfang 2014 für den Bereich Fritzlar-Homberg in den Ärztlichen Bereitschaftsdienst einbezogen. (hro)

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