Energieversorger saniert Fachwerkensemble

kbg Homberg kauft Homberger Damenstift und erweitert Jobcenter

So soll es aussehen: Damenstift und Jobcenter sollen durch einen Neubau miteinander verbunden werden.
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So soll es aussehen: Damenstift und Jobcenter sollen durch einen Neubau miteinander verbunden werden.

Einst Frauenstift und Mietshaus, bald Bürogebäude für Mitarbeiter des Jobcenters: Das Damenstift Wallenstein am Homberger Busbahnhof erhält eine neue Nutzung.

Homberg - Die Kraftstrombezugsgenossenschaft (kbg) hat es von der Stadt gekauft und wird es sanieren. Bereits im kommenden Jahr sollen die Mitarbeiter des Jobcenters dort einziehen und künftig weitere 600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung haben.

Der Bedarf in Sachen Arbeitsvermittlung, Fort- und Weiterbildungen steigt – und damit auch der Platzbedarf des Jobcenters. Denn um den Anforderungen gerecht zu werden, reicht das Gebäude, in dem das Jobcenter bisher untergebracht ist, nicht mehr aus. 58 Beschäftigte arbeiten derzeit auf knapp 1400 Quadratmetern direkt am Busbahnhof, sagt kbg-Vorstand Stefan Fennel. Mit dem Kauf und Umbau des Damenstifts soll sich ihre Zahl auf 65 erhöhen – und das Jobcenter in der Stadt gehalten werden.

Vorgesehen ist ein Verbindungsbau zwischen Damenstift und Jobcenter, aus Richtung Busbahnhof entsteht ein Foyer mit Eingangsbereich sowie ein großer Besprechungsraum, erklärt Fennel. Anschließend wird das Damenstift, das bereits Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut und seit dem 18. Jahrhundert in Eigentum der Stadt Homberg war, grundhaft saniert. Auf der Südseite des Grundstücks sollen Parkplätze eingerichtet werden. Das Jobcenter wird ebenfalls renoviert: Sonnenschutz, Elektroleitungen, Schallschutzdecken, Aufarbeitung der Innentüren sind nur einige der geplanten Arbeiten. Etwa 5,4 Millionen Euro wird die kbg in den Gebäudekomplex in der Innenstadt investieren.

Noch sind es zwei eigenständige Gebäude: Bürgermeister Dr. Nico Ritz und die kbg-Vorstände Stefan Fennel (hauptamtlich) und Dr. Reiner Braun (ehrenamtlich) vor dem Damenstift (linkes Gebäude) und dem Jobcenter.

„Günstiger wäre es definitiv, irgendwo neu zu bauen“, sagt Dr. Reiner Braun, ehrenamtlicher Vorstand der kbg, angesichts der hohen Investitionssumme. Einen besseren Standort als den Busbahnhof gebe es aber speziell für die Kunden von Jobcenter und Arbeitsagentur nicht. Für die Stadt ist das Engagement des Energieversorgers eine große Unterstützung. „Wir können nicht alles selbst machen“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Umso wichtiger sei es, Investoren zu finden, die zum Standort Homberg stünden. Dass nun historische Substanz genutzt und neu belebt wird, stärke die Innenstadt.

Mit der Sanierung des Damenstifts soll im Frühjahr begonnen werden, die Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sobald das Haus nutzbar ist, ziehen die Mitarbeiter des Jobcenters ein und machen den Weg für die Renovierung des zweiten Gebäudes frei. Stefan Fennel rechnet damit, dass die Arbeiten im Sommer 2023 abgeschlossen sein werden.

Mit dem Kauf der beiden Gebäude ist die kbg Eigentümerin des gesamten Fachwerkensembles am Busbahnhof. Bereits 2014 kaufte sie für einen Euro das ehemalige Landratsamt, sanierte es und vermietete es an die Agentur für Arbeit. (Chantal Müller)

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