Keine Einigkeit über Kita-Standort

Entscheidung für Kita-Bau in Wernswig erneut vertagt

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Dort geht es vorerst weiter: Die Kita in Wernswig grenzt derzeit direkt an die Matthias-Claudius-Schule an.

Hitzig, emotional und persönlich – mit diesen Worten lässt sich die Debatte um den Wernswiger Kita-Standort wohl am treffendsten beschreiben.

Nach mehr als einer Stunde Diskussion in der Homberger Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, einer Patt-Situation bei der Abstimmung und einer Sitzungsunterbrechung hieß es: Die Entscheidung wird ein weiteres Mal vertagt. Nun müssen sich die Fraktionen erneut mit dem Thema beschäftigen.

Die Ausschüsse empfahlen einen Neubau in den Krautgärten, bei dessen architektonischer Gestaltung ökologische Grundlagen und ein tiergestütztes pädagogisches Konzept berücksichtigt werden sollen. Den Befürwortern, die vor allem mit geringeren Baukosten argumentierten, standen ebenso viele Befürworter des Hofes Rohde gegenüber. Aus ihrer Sicht wurde der Ortsbeirat übergangen: „Es hat Anerkennung verdient, wenn ein Ort sich damit beschäftigt“, sagte Marcel Smolka (Grüne). Stefan Gerlach (SPD) sprach von „Kindergarten-Niveau“. Gegen die Empfehlung des Ortsbeirats zu stimmen, verstoße gegen „basisdemokratische Prinzipien“. „Es ist eine Frechheit, das Gegenteil zu beschließen.“ Argumente, für die es von den Zuhörern Applaus gab.

Kita-Neubau im Interesse der Kinder

Dass aber ein Neubau im Interesse der Kinder sei, fand Gert Freund (FWG). Die Krautgärten grenzen direkt an die Schule. Eine Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen sei so einfacher umzusetzen. „Es geht um den Erhalt des Standortes“, sagte Christian Haß (CDU). Für die Krautgärten gebe es noch kein Planungskonzept. „Wir könnten auf alle Wünsche eingehen.“

Als nach knapp 60 Minuten Angriffe, Argumente und Begründungen ausgetauscht waren, wurde es noch einmal spannend: Bei drei Enthaltungen stimmten 13 Mandatsträger für den Neubau – und 13 für den Bauernhof. Eine Patt-Situation, bei der die Empfehlung als abgelehnt gewertet wird. Nach erneuten Gesprächen hieß es: vertagen. Die Wernswiger müssen sich also weiter gedulden.

Ortsbeirat wünscht sich Bauernhof als neuen Kita-Standort

Für den Wernswiger Ortsvorsteher Friedhelm Lotz ist unverständlich, dass Fraktionsmitglieder von CDU und FWG sowie der FDP gegen den Kauf des Bauernhofes sind. Für ihn liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Es wird immer geredet, dass so viele Flächen neu versiegelt werden. Das Grundstück ist bereits bebaut und die Kinder hätten eine Menge Platz.“ Im Ortsbeirat sei das Thema lange diskutiert worden. Spreche man sich für die Sanierung des Hofes aus, könnten beide Spielplätze im Ort zentralisiert werden, so Lotz. Während der Ortsbeirat sich vor allem für den Bauernhof entschieden habe, um Synergien zu schaffen, ist auch der Großteil der Dorfgemeinschaft für den Bauernhof. „Zwei Drittel des Ortes sind dafür“, so Lotz. Er bedauert, dass sich einige Fraktionen gegen den Standort mitten im Ort aussprechen. Der Hof Rohde hat eine Fläche von knapp 5000 Quadratmetern, für Kinder wäre eine riesige Rasenfläche zum Spielen vorhanden, der Neubau an den Krautwiesen würde auf einer Fläche von 3455 Quadratmetern entstehen.

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