Sie kochen für Bedürftige

Homberger Nachbarschaftshilfe liefert Essen

Sie kochen für Bedürftige und alle, die eine warme Mahlzeit brauchen: Helmut Janotta (von links), Pierre Frommann und Peter Kurt Wagner sind mit ihrer Feldküche nun donnerstags auf dem Wochenmarkt vertreten. 
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Sie kochen für Bedürftige und alle, die eine warme Mahlzeit brauchen: Helmut Janotta (von links), Pierre Frommann und Peter Kurt Wagner sind mit ihrer Feldküche nun donnerstags auf dem Wochenmarkt vertreten. 

1.000 Menschen mit einer warmen Mahlzeit versorgen: Für Peter Kurt Wagner und die Nachbarschaftshilfe Homberg ist das zwar noch ein fernes Ziel, aber es ist nicht unmöglich.

Die Ehrenamtlichen kochen täglich in einer Feldküche, die für solch hohe Zahlen ausgestattet ist. Mit Lebensmitteln, die die Nachbarschaftshilfe vor dem Müll gerettet hat. 50 bis 60 Menschen werden so inzwischen täglich versorgt. Ein weiteres Standbein der Aktiven, die seit der Coronakrise Homberger Tafelkunden einen Lieferservice bieten (HNA berichtete).

Es gibt Klöße, Sauerkraut, Fleisch, sie bieten Nudeln mit Hackfleischsoße und Gemüse. All das, was eben gerade da ist und gespendet wurde, wird von den Ehrenamtlichen zu Mahlzeiten verkocht, berichtet Initiator Peter Kurt Wagner. „Wir haben zwei Behälter, die jeweils 250 Liter fassen, einen Bräter und einen Backofen." In dieser Feldküche wird gekocht. Jeden Tag. Geliefert wird direkt vor die Haustür der Kunden. Das müssen nicht ausschließlich Bedürftige sein, betont Wagner: „Jeder kann sich melden, wenn er etwas zu essen braucht.“

Mahlzeiten für Bedürftige gegen eine kleine Spende

Gegen eine Spende von 1,50 Euro gibt die Nachbarschaftshilfe die Mahlzeiten ab, die sich Kunden zu Hause nur noch erwärmen müssen. Denn: „Wir dürfen nur kalte Mahlzeiten liefern“, sagt Wagner.

Nach wie vor ist die Nachbarschaftshilfe unterwegs, holt jeden Tag Lebensmittel von Supermärkten ab und verteilt sie an Bedürftige – oder kocht warme Mahlzeiten damit. Hätten sie anfangs 800 bis 900 Menschen versorgt, habe sich die Zahl inzwischen etwas reduziert, sagt Wagner. Er schätzt, dass noch etwa 580 Menschen von den Lebensmittellieferungen der Aktiven profitieren. Doch eins ist sicher: „Wenn die Tafel wieder öffnet, dann sind wir raus.“

Zukünftig auf dem Wochenmarkt

Die Nachbarschaftshilfe und das Kochen sollen aber dennoch bestehen bleiben. Geplant sei, donnerstags auf dem Wochenmarkt zu kochen und das Essen zur Mitnahme herauszugeben.

Wer derzeit zu den Kunden der Nachbarschaftshilfe zählt, erhalte einen Tag vor der geplanten Lieferung einen Anruf. „Dann wissen wir, welche Lebensmittel wir haben, um die Speisen vorzubereiten“, sagt Wagner. Gekocht werde nachts.

Auf Spenden angewiesen

Nach wie vor sei die Nachbarschaftshilfe auf Spenden angewiesen – um Lebensmittel zu besorgen, sollten die Nahrungsspenden nicht reichen, um Hygieneartikel für Bedürftige zu kaufen und um das Benzin für die Lieferung zu bezahlen. Inzwischen seien Räumlichkeiten am Homberger Buchenweg angemietet. Dort könnten Menschen künftig Gemüse und Obst gegen eine kleine Spende abholen, berichtet Wagner. Außerdem wolle man Obdachlose weiter beliefern. Denn eins stehe fest: „Solange es Essen gibt, das weggeworfen wird, kochen wir auch.“

Kontakt: Peter Kurt Wagner, Tel. 015 20/281 35 48, oder auf der Plattform Instagram unter dem Namen nh_schwalmeder.

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