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Krieg in der Ukraine: Stolinverein aus Homberg bündelt Hilfen und startet erste Aktion

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Von: Chantal Müller

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Eine Gruppe von Schülern steht im Lager des Stolinvereins an der Dörnbergkaserne in Homberg und hält die Spendenkisten in der Hand, die sie für die Flüchtlinge aus der Ukraine gepackt haben.
Haben ihre Hilfsgüter mit dem Bollerwagen gebracht: Marc Knapp (von links), Nico Kruppke, Jenny Keim, Celina Wagner, Anika Talk, Jonas Lichte und Nadja-Christin Klippert haben mit ihren Mitschülern einige Kisten mit Hygieneartikeln zum Lager des Stolinvereins gebracht. © Chantal Müller

Der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin aus Homberg bündelt nun verschiedene Hilfsaktionen für die Menschen in der Ukraine.

Homberg - Die Lager des Stolinvereins an der Homberger Dörnbergkaserne sind zum Bersten gefüllt. Meterhoch wie meterlang stapeln sich an die 400 Umzugskartons – allesamt bepackt mit Kleidung, Spielzeug, Nützlichem. Doch vorerst werden die Kisten weiterhin dort lagern, der geplante Hilfstransport nach Belarus fällt erneut aus. Ergänzt werden die Produkte derzeit täglich mit Material, das den Menschen in der Ukraine zugutekommen soll. Denn auf diese Hilfe fokussiert sich der Verein nun.

Es hat angefangen mit einer einfachen Überlegung. „Wir können nicht nach Stolin fahren. Das ist zu gefährlich“, sagt Dieter Fischer. Trotzdem wollten die Ehrenamtlichen helfen.

„Wir haben die Fahrzeuge, wir haben das Equipment, wir haben das Know-how“, ist Vereinsvorsitzender Joachim Jerosch überzeugt. Nur das Netzwerk in die Ukraine fehlte. Bis zum Aufruf in der HNA. „Es ist unglaublich, wie viele Anrufe ich bekommen habe, wie viele Menschen helfen wollen“, sagt Jerosch. Seither hat der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin ein regelrechtes Unterstützernetzwerk auf die Beine gestellt, koordiniert, sammelt, leitet weiter. Der Verein ist inzwischen nicht nur mit dem Gudensberger Partnerschaftsverein in Kontakt, der bereits Homberger Hygieneartikel mit in die Ukraine nahm. Gespräche mit dem Deutschen Roten Kreuz aus Homberg laufen, aktive Helferinnen wie Gisela Witzel aus Melsungen und Dr. Ulrike Schnell aus Melsungen sind ebenfalls an Bord, sammeln Spenden, leiten diese weiter oder organisieren Hilfen an der polnisch-ukrainischen Grenze. Auch nahezu alle Homberger Schulen hätten angefragt, was sie tun könnten, berichtet Jerosch.

Spenden für Ukraine: Elsa-Brändström-Schüler bringen Hilfsgüter mit Bollerwagen

Eine wurde bereits ganz konkret aktiv: Schüler der Elsa-Brändström-Schule haben den Krieg im Unterricht aufgearbeitet und Kisten mit Babynahrung, Windeln, Feuchttüchern, Decken gepackt. Gemeinsam sind sie samt Bollerwagen bis zur Dörnbergkaserne marschiert, um alles abzuliefern. „Die Menschen haben Angst, sie besitzen nichts mehr. Deshalb wollten wir helfen“, erzählt eine der Schülerinnen.

Der Stolinverein ist indes in Kontakt mit Hilfsorganisationen und bündelt Hilfsanfragen. Hilfsgüter wie Verbandsmaterial werden regelmäßig an die Gudensberger Helfer weitergeleitet. Sollten die ersten ukrainischen Flüchtlinge in Homberg ankommen, sei der Verein vorbereitet.

„Die Kleidung liegt verpackt bei uns im Lager. Sobald sie gebraucht wird, können wir helfen“, sagt Jerosch und macht damit deutlich, was viele Helfer derzeit spüren: Es sind vor allem Geld und Hygieneartikel, die gebraucht werden. „Wer zu Fuß über die Grenze kommt und nicht weiß, wie es für ihn weitergeht, kann sich schlecht noch einen Karton Kleidung auf die Schultern packen.“ Umso wichtiger sei es, Ankommende vor Ort gut ausstatten zu können. Auch Rollstühle und Rollatoren könnten bereitgestellt werden. „Unser Anliegen ist, dass an den Grenzen nichts zwischengelagert werden muss.“

Geplant ist darüber hinaus, Spendendosen in Homberg zu verteilen. Eine wird in der Löwenapotheke im Einkaufszentrum aufgestellt, eine weitere im Corona-Testcenter der Drehscheibe. Für alle weiteren ist laut Jerosch noch kein fester Platz gefunden. So hofft der Verein, Kosten für etwa Benzin finanzieren zu können. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden alle geplanten Hilfsaktionen und Spendenkonten auf deren Homepage gebündelt und permanent aktualisiert:

Partnerschaftsverein Homberg-Stolin hilft in Ukraine

Der Stolinverein plant für Samstag, 19. März, eine erste Sammelaktion. Von 10 bis 12 Uhr werden an der Dörnbergkaserne, Hans-Scholl-Straße, Gebäude A1 alte Verbandskästen gesammelt. Wer einen abgelaufenen Kasten im Auto hat, der noch ungeöffnet ist, kann ihn vorbeibringen. Mullbinden und Verbandsmaterial helfe den Ukrainern enorm, sagt Joachim Jerosch. Die Spenden werden an den Partnerschaftsverein Gudensberg übergeben, der sie mit auf seinen Hilfstransport nimmt. Anschließend sollen weitere Aktionen geplant werden. So sei bereits eine Aktion „Hygieneartikel im Schuhkarton“ geplant, bei der Zahnpasta, Creme, Duschgel gesammelt werden soll. Daran wollen sich laut Jerosch auch Schulen beteiligen. Die Termine werden vom Verein bekanntgegeben. (Chantal Müller)

short.homberg-efze.eu/ukrainehilfe

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