Kritik an der Stadtverwaltung: Homberger Bürgermeister fordert Mäßigung

Dr. Nico Ritz

Homberg. Wer beim Fußball einen Gegner zu Fall bringen will, der muss ihn nur unter Druck setzen: Genau das widerfahre derzeit einzelnen Mitarbeitern der Stadtverwaltung, sagte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz bei der Stadtverordnetenversammlung.

Es waren deutliche Worte, die Ritz fand. „Die Art und Weise, wie mit der Verwaltung und einzelnen Mitarbeitern umgegangen wird, ist nicht in Ordnung.“ Damit spielte er offenbar auf die harsche Kritik an, die seit Monaten öffentlich - vor allem auf einer Internetplattform - an Mitarbeiter der Verwaltung geübt wird.

Die Erwartung sei berechtigt, dass die Mitarbeiter der Stadt ordentlich arbeiten, Leistung erbringen und die Beschlüsse des Parlaments umsetzen, sagte Ritz. Doch sei der Druck, der von den Kritikern ausgeübt werde, für einzelne Mitarbeiter zu viel geworden. „Das grenzt an Mobbing und geht so nicht. So kommen wir nicht vorwärts. Lassen Sie uns das vernünftig austragen“, sagte Ritz und erhielt Applaus dafür. Er warb zugleich dafür, weiterhin Ideen und Hinweise zu bekommen. „Aber bitte auf eine andere Art.“

Angegriffen gefühlt hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder vor allem Jochen Gontermann, Architekt der Stadt. Seit fast fünf Jahren arbeite er für die Verwaltung, sagte Gontermann im HNA-Gespräch. Er tue dies mit viel Liebe und Enthusiasmus. Doch sei das Maß jetzt voll. Er fühle sich gemobbt. „Ich und meine Arbeit werden permanent ungerechtfertigt angegriffen“, betonte er. „Statt darüber zu diskutieren, was in Homberg passiert, wenn nichts passiert“, habe eine Hetze auf seine Person begonnen. „Es geht den Kritikern darum, dass die Ideen des Altbürgermeisters und seiner Gehilfen schlecht sind, und dass wegen der Überschuldung überhaupt nichts mehr passieren kann.“ Diese Haltung könne man einnehmen, allerdings bringe das die Stadt nicht voran.

Er hoffe auf eine konstruktive Auseinandersetzung und darauf, dass die Beleidigungen und das Foul-Spiel nun ein Ende haben.

Von Maja Yüce

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