Umbau in Eigenleistung

Kuchen in Bio-Qualität: Biohof Groß eröffnet in Mühlhausen eigenes Hofcafé

Julian Schmelzle und Malte Groß sitzen mit Getränken vor dem Hofcafé an selbstgebauten Tischen.
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Julian Schmelzle und Malte Groß freuen sich auf die Eröffnung des Hofcafés.

Nach zwei Jahren Um- und Ausbauzeit ist es jetzt soweit: Der Biohof Groß öffnet sein Hofcafé für Gäste. Dort gibt es ab sofort Kuchen, Torten und Tartes - hausgemacht und in Bio-Qualität.

Mühlhausen – Die Sonne kämpft sich hinter dem alten Fachwerkhaus hervor, Vögel zwitschern, immer wieder schlendert ein Kunde mit Einkaufskorb über den Hof. Der Hofladen des Biohofs Groß in Mühlhausen brummt. Und das so gut, dass dringend eine Vergrößerung notwendig war. „Freitags war es so voll, dass Kunden manchmal bis zu einer Stunde an der Kasse warten mussten“, sagt Malte Groß.

Jetzt verteilt sich das Sortiment der Biobauern auf etwa 150 Quadratmetern Verkaufsfläche. Doch damit nicht genug: Ab heute bietet das Team freitags und samstags von 14 bis 17.30 Uhr im Hofcafé hausgemachte Kuchen, Torten und Tartes sowie frische Limonaden an. Mit an Bord sind zwei Teilnehmer des Summer of Pioneers (Sommer der Pioniere).

„Die Erweiterung war unumgänglich“, sagt Groß. Neben dem Ansturm auf die Bio-Lebensmittel, wuchs im Team der Wunsch, das Angebaute, die Urprodukte, wie sie Groß nennt, auch verzehrfertig in Mühlhausen anzubieten. Deshalb machte sich im Februar 2019 Zimmerer Niklas Welschof an den Ausbau des alten Pferdestalls, der direkt an die Verkaufsräume des Hofladens grenzt.

Die Seitenwand musste komplett erneuert, der Sandsteinsockel neu gesetzt werden, berichtet Malte Groß. Es wurden Fenster eingebaut, neue Ebenen eingezogen, das Fachwerk saniert. „Wir haben im ganzen Raum nur Naturmaterialien wie Lehmputz, Lehmsteine und Eichenbalken verwendet.“ Selbst die Tische und Bänke, an denen Gäste nun ihren Kaffee genießen können, sind mit eigenen Händen gebaut.

Mit dem Ausbau hat sich auch das Sortiment vergrößert. „Man muss jetzt nicht mehr woanders hin“, sagt Groß über den Vollsortimenter, der inzwischen sogar Gin und Sekt in Bio-Qualität bietet. Auch ein Stoffregal kam neu hinzu, für den Cafébetrieb hat der Biohof eigens eine Küche für Konditorin Miriam Fuchs eingerichtet. Dort sollen die Kuchen mit saisonalen Zutaten in Bio-Qualität hergestellt werden. Auch ein veganes Angebot werde es geben.

Innen bietet das Hofcafé etwa 27 Sitzplätze, 15 bis 20 von ihnen auf der neuen Hochebene. Sie soll zu einer Galerie für Kunsthandwerker werden. Freitags und samstags wird auch der Innenhof für Gäste bestuhlt, erklärt Groß. In der Kaffeezubereitung jedenfalls ist das Team schon geübt. Ein Barista aus Berlin zeigte den Neugastronomen, wie nicht nur der perfekte Kaffee, sondern auch ein leckerer Milchschaum entsteht. Den gibt es ab heute im neuen Teil des Hofladens, dort wo auch die zweite Kasse entstanden ist. Hinter ihr steht Christina Schmelzle-Böhm.

Kümmern sich um die Kunden: Julian Schmelzle und Christina Schmelzle-Böhm nehmen am Summer of Pioneers teil und wollen in Homberg bleiben. Sie kümmern sich um den Cafébetrieb.

Die 30-Jährige ist eine der inzwischen 18 Mitarbeiter und arbeitet nach einer Initiativbewerbung im Hofladen. Sie kümmert sich künftig mit ihrem Mann Julian Schmelzle um die Cafégäste. Beide sind Teilnehmer des Summer of Pioneers und hatten bereits vor Projektstart beschlossen, ihren Erstwohnsitz nach Homberg zu verlegen. Die Frankfurter kommen aus der Filmbranche, wollten einen beruflichen Neustart: „Man hat in diesem Job kaum Freizeit. Das wollten wir nicht mehr“, sagt der 33-Jährige Schmelzle. „Jetzt sind wir hier und glücklich.“

Glücklich machen will das Team auch die Cafébesucher. Zum Start gibt es laut Konditorin Miriam Fuchs jede Menge Beeren. (Chantal Müller)

Anmeldung: Der Biohof Groß bittet aufgrund der Coronapandemie um Anmeldung zum Cafébesuch: biohofgroß@t-online.de oder Tel. 0 56 81/ 9 39 02 96

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