Kreativ durch die Krise

Kulturknotenpunkt feiert Finale der Bundesförderung auf Hohenburg in Homberg

Klaus Wilmanns sitzt an einer Schreibmaschine auf der Hohenburg und schreibt für Ottilie Wunderlich beim Finale des Kulturknotenpunkts die Rezepte für die Zaubertränke auf.
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Theatermann und Besucherin: Klaus Wilmanns und Ottilie Wunderlich beim Finale des Kulturknotenpunkts. Wilmanns schreibt die Rezepte für die Zaubertränke auf.

Picknick mit Hut auf der Hohenburg von Menschen, die allesamt auch etwas mit der Kultur am Hut haben: Zum Abschluss der dreijährigen Förderung des Kulturknotenpunkts in Homberg trafen sich Teilnehmer, Freunde und Förderer des Projekts auf dem Schlossberg.

Homberg - Menschen zusammen bringen, gemeinsam Kultur leben, Raum für Inspiration, Improvisation und zum Innehalten geben – dies alles war Ziel des vor drei Jahren gestarteten Kulturknotenpunkts des Theaters „3 hasen oben“ im Deutschen Haus am Homberger Marktplatz. Dass dies trotz erschwerter Bedingungen unter Corona gelungen ist, bewies das Finale am Wochenende.

Anlass für ein rauschendes Fest gab es nicht. Allzu oft hatte die Pandemie der Arbeit von Silvia Pahl und Klaus Wilmanns und ihrem Team zugesetzt. Ihr Ziel, mit dem Kulturnotenpunkt Künstler und an Kultur Interessierte aus der Region zusammenzubringen und eine den gesamten Landkreis mit einschließende Inszenierung auf die Beine zu stellen, war coronabedingt nicht möglich. „Immer wieder mussten wir unsere Ideen über den Haufen werfen und den aktuellen Gegebenheiten anpassen“, sagt das Theaterpaar, das mit dem „theater 3 hasen oben“ seit 23 Jahren seinen Sitz in Ottrau hat.

Dass sie in der Krise dennoch kreativ waren, zeigte nicht nur das Finale auf der Hohenburg, bei dem Besucher im herrlichen Ambiente über den Dächern der Kreisstadt zusammen kommen, auf der Picknickdecke Rätsel lösen, mit Momo Hallwaß (11) aus Bad Zwesten einen Corona-Rap tanzen oder im Kräutergarten neben dem Burgturm einen Zaubertrank einnehmen konnten. „Da alle von Wachstum sprechen, muss man auch mal was Neues denken“, ist Klaus Wilmanns vom „theater 3 hasen oben“ überzeugt. Vor allem eine Schippe Gelassenheit aus der Kräuter-Apotheke von Silvia Pahl war bei den Besuchern gefragt.

Die hauptberuflichen Theaterleute haben ihre und die Erfahrungen der rund 20 Teilnehmer der Arbeitsgruppe des Kulturknotenpunkts in und mit der Krise unter dem Titel „Trauma Spalt 2020“ aufgeschrieben – eine Dokumentation kultureller Arbeit zwischen Aufbruchstimmung und Zeitenwandel.

Die Anlaufstelle des Kulturknotenpunkts im Foyer des Deutschen Hauses soll auch nach Ende der Förderung der Bundesanstalt für Ernährung erhalten bleiben, so die Zusage von Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz anlässlich des Besuchs von Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. „Doch wie es genau weiter gehen wird, wissen wir nicht“, sagt Wilmanns. Was dem „theater 3 hasen oben“, das in normalen Zeiten international Kinder- und Jugendtheater in Szene setzt, weiterhin fehle, sei eine feste Bühne an einem zentralen Ort in der Region. (Kerstin Diehl)

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