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Kunst aus und um Zucker in Homberg

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Von: Lea Beckmann

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Füheln sich sehr wohl in Homberg: Yahima Piedra Córdova (von links), Laia Ribera Canénguez und Eva Busch.
Füheln sich sehr wohl in Homberg: Yahima Piedra Córdova (von links), Laia Ribera Canénguez und Eva Busch. © Lea Beckmann

Das Kunstprojekt „Zucker:Erben“ lockt Künstler nach Homberg. Auch eine Ausstellung ist geplant.

Homberg – Homberg wird zum Magnet für Künstler. „Es ist wirklich eine schöne und einzigartige Stadt“, sind sich Laia Ribera Canénguez und Yahima Piedra Córdova einig. Sie sind für eine Woche in Homberg gewesen.

Doch was hat die aus Lateinamerika stammenden Künstlerinnen nach Homberg gebracht? Die Antwort: das Kunstprojekt „Zucker:Erben“. Die Kuratorin Eva Busch hat dieses Projekt gemeinsam mit Alexis Rodriguez Suarez und Nora Wiedenhöft ins Leben gerufen und realisiert es nun mit dem lokalen Kulturnetzwerk Landrosinen. Mit diesem Projekt thematisiert Busch die sogenannte englische Erbschaft, die die Region Homberg um 1830 prägte. Menschen wanderten nach London aus, um in der Zuckersiederei zu arbeiten und vererbten ihren Reichtum an Verwandte in Nordhessen. „Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit diesem Thema“, sagt sie. Busch stammt aus Berge und ging in Homberg zur Schule. Daher hat sie den Bezug zur Kreisstadt. Mittlerweile lebt sie in Bochum.

Kunstprojekt in Homberg beschäftigt sich mit Zucker und Erbschaft

Zucker und Erbschaft sind daher die zentralen Themen des Kunstprojektes. Vor einem Jahr habe man über die Idee des Projektes gesprochen. „Gemeinsam mit den Landrosinen haben wir einen Antrag bei der Stadt gestellt, dass wir Künstler nach Homberg einladen wollen“, sagt Busch. Das hat geklappt. Verschiedene Künstler, die sich mit den Themen Zucker und Erbschaft beschäftigen, waren, sind und kommen nach Homberg. So war auch vor Kurzem die Künstlerin Wen Chin Fu, die aus Taiwan stammt und mittlerweile in den Niederlanden lebt, anlässlich des Projektes vor Ort. Sie entwickelt Schlaginstrumente aus Zucker.

Die Stadt Homberg hat für die Unterkunft der Künstler das Residenzhaus, Markplatz 21, zur Verfügung gestellt. „Vielleicht wird es irgendwann eine Künstlerresidenz“, sagt Innenstadtkoordinator Peter Schmidt, der das Projekt mitbegleitet. Im nächsten Jahr wollen alle gemeinsam eine Kunstausstellung zum Projekt Zucker:Erben organisieren. Jetzt die Zeit nutzen die Künstler zur Vorbereitung und „zum Rantasten an den künstlerischen Prozess“, sagt Laia Ribera Canénguez. Sie und Yahima Piedra Córdova arbeiten zusammen. Mit ihrer Inszenierung „Kaffee mit Zucker“, die sie derzeit weltweit aufführen, haben sie sich das erste Mal mit dem Thema beschäftigt. „Die beiden Materialien Kaffee und Zucker bestimmen in ihren unterschiedlichsten Aggregatzuständen die Bühne“, sagt Ribera Canénguez zu der Performance.

In und um Homberg haben sie einiges erkundet. So waren sie zum Beispiel in der Zuckerfabrik in Wabern. „Dort haben wir Tonaufnahmen gemacht“, sagt Piedra Córdova. Sie ist Pianistin und sammelt für ihren Teil der Ausstellung Töne zum Thema. Besonders gut an dem Projekt gefällt den Künstlerinnen der Austausch. „Wir lernen so viele Menschen kennen – das sind Momente der Begegnungen“, sagt Ribera Canénguez. (Lea Beckmann)

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