Kunst zum Thema Flüchtlinge: Schüler stellen Bilder aus

Brennende Unterkunft: Auch dieses Bild ist in der Ausstellung zu sehen.

Homberg. Auf der einen Seite werden Fluchtlinge mit Applaus begrüßt, auf der anderen Siete brennen Flüchtlingsunterkünfte: Zwei Kunstkurse der Homberger THS haben sich mit dem Thema „Flüchtlinge" beschäftigt.

„Diese Ambivalenz war der Anlass für eine intensive malerische Auseinandersetzung mit dem Thema im Jahrgang 11 und im Jahrgang 12, um Position für die Menschlichkeit zu zeigen, um sich zur offenen Gesellschaft zu bekennen, und zu dem, was man gemein als deutsche Willkommenskultur bezeichnet, zu bekennen“, so Lehrer Thomas Schattner. Dabei sei den Schülern bewusst, dass dieser Weg der Auseinandersetzung mit dem Thema nur einer von ganz vielen denkbaren ist.

Stilleben und Portraits 

Flüchtlinge in der Bildenden Kunst: Das Cover des Ausstellungskataloges „Mutter mit Kind“ stammt von Evelin Oborowsli. Fotos: privat

Der eine Kunstkurs der THS in Homberg tat dies weitgehend im Bereich des Stilllebens, der andere Kurs im weitesten Sinn im Bereich des Portraits. Gemeinsam ist die Vorgehensweise: Bekannte Fotografien aus der Welt der Presse und des Internets wurden vergrößert kopiert und malerisch bearbeitet. Dabei wurden durch die Technik des Übermalens mit Wasserfarben und Deckweiß beziehungsweise mit schwarz/weißen Pastellkreiden sowie unter dem Einsatz ganz weniger Buntfarben vor allem Kontraste verstärkt, Details vernachlässigt, das Wesentliche herausgearbeitet.Betitelt sind die Schülerarbeiten mit den ironischen Titeln „Let´s make another war“ und mit „We want more refugees“, um auf die gesamtgesellschaftlichen Ambivalenzen der Thematik hinzuweisen.

Konzerne profitieren 

Schließlich seien es auch die großen deutschen Rüstungskonzerne, die enorm finanziell von den Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten profitierten, erklärt Schattner. Gleichzeitig üben die Schülerarbeiten eine deutliche Kritik an der deutschen „Willkommenskultur“ der brennenden Unterkünfte für Asylbewerber und des vergifteten politischen Klimas durch Rechtsradikale, Neonazis, Pegida-, Kagida- und AfD-Mitläufern.

Die Werke der Schüler wurden unter anderem mit Absperrband, farbigen Pressseilern und Stacheldraht inszeniert, letztere hatte die Dorfmühle aus Willingshausen dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

Dazu die Schülerin Annemarie Wittig: „Absperrband und Stacheldraht - Hindernisse, die Flüchtlinge auf ihrer Reise quer durch viele Länder und Probleme überwinden.“

Termin: Noch bis zum 22. Januar sind die Arbeiten im Foyer des Altbaus der THS zu den normalen Öffnungszeiten der Schule zu sehen. Danach kann die Ausstellung auch von Gemeinden oder anderen Intuitionen ausgeliehen werden.

Es gibt auch einen Ausstellungskatalog: Aus Kostengründen wurde auf einen Farbdruck des 104 Seiten starken Katalogs verzichtet. Dieser kann bei Amazon ab sofort für 4,28 Euro erworben werden.

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