Labrador-Hündin wird als Schulhund an Homberger Schule eingesetzt

Sind ein Team: Lehrerin Iris Ebner wird an drei Tagen in der Woche von Schulhund Fine zum Unterricht begleitet. Im Vordergrund ist die Schultasche des Hundes zu sehen. Foto: Müller

Homberg. Lehrerin Iris Ebner wird an drei Tagen in der Woche von Fine zum Unterricht begleitet.

Ruhig trottet Fine durch die Gänge der Osterbachschule in Homberg. Lässt sich mal hier und mal da streicheln. Schaut den tobenden Kindern gelassen zu. Gelassenheit ist ihre Stärke. Ohne die könnte Fine ihren Job nicht machen. Denn die dreijährige Labrador-Hündin ist ein Schulhund. An drei Tagen in der Woche begleitet sie Lehrerin Iris Ebner an die Schule und lernt dort mit den Kindern.

Fines Familie sind die Kinder der Klasse 4b – eine Inklusionsklasse. Mit denen ist die Hündin aufgewachsen. „Sie gibt den Kindern ein Zuhause und bietet Rückzugsmöglichkeiten an“, sagt Eigentümerin und Lehrerin Iris Ebner. Braucht Fine selbst einmal Ruhe, bietet ihr das ihre Box hinter Ebners Schreibtisch. „Da dürfen die Kinder nicht hin.“ Sogar ein kleines Gatter hat der Hausmeister der Schule gebaut, damit die Hündin nicht aus dem Klassenzimmer laufen kann.

Fine stromert aber nicht nur durch die Tischreihen, sie beteiligt sich aktiv am Unterricht: In der Mathestunde etwa überbringt sie die Rechenaufgaben an die Kinder, die sie mit dem Befehl „Fine zieh“ zu den kleinen Holzklötzchen geschickt haben. Im Deutschunterricht haben die Schüler Adjektive und Präpositionen mit ihr gelernt. „Wir haben Fine in die Mitte unseres Stuhlkreises gelegt und dann Leckerlis auf, neben, hinter und unter ihr platziert“, sagt Ebner.

Leckerli für jede Aufgabe

Sogar eine Schülerin, die nie ihre Hausaufgaben machen wollte, hätte die Hündin zum Lernen gebracht. „Unsere Abmachung war, dass sie für jede Aufgabe, die sie gemacht hat, ein Leckerli für Fine bekommt. Jetzt macht sie ihre Hausaufgaben immer“, erzählt die Lehrerin. Bei der Arbeit mit Fine funktioniere alles nur mit viel Belohnung und Konsequenz – sowohl bei Kindern als auch bei dem Hund. Hätten Schüler eine Aufgabe erledigt, dürften sie sich ein Leckerli abholen und Tricks mit Fine üben. Eines sei dabei besonders wichtig: „Ich muss mich auf Fine verlassen können“, sagt Ebner.

An drei Tagen in der Woche begleitet Fine Ebner an die Schule. Mehr sei zu anstrengend für die Hündin. „Wenn wir aus der Schule kommen, ist sie platt“, sagt die Lehrerin. Ihren Geburtstag feiert Fine mit den Schülern – ein Zeugnis bekommt sie auch. Und sie bringt die Schüler zum Nachdenken: „Die Kinder haben gesagt, dass es nicht allen Tieren so gut geht wie Fine, und sie deshalb Waffeln backen und das Geld ans Tierheim spenden wollen“, sagt Ebner. Insgesamt seien so 300 Euro für das Tierheim Beuern zusammengekommen.

Seit November 2014 ist Fine bei Iris Ebner. Bis sie mit in die Schule durfte, habe es lange gedauert. Dennoch habe sich die Mühe ausgezahlt. Fine sei angekommen an der Schule. Sogar im Lehrerzimmer habe sie einen Ehrenplatz. Auch von den Eltern der Schüler gebe es viele positive Rückmeldungen. „Am liebsten hätten sie in jeder Klasse einen Hund“, erzählt die Lehrerin.

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