Probleme im Kreisteil Fritzlar-Homberg

Langes Warten auf Ware: Händler kämpfen mit Lieferengpässen

Almuth Karger steht vor einem Regal ihres Geschäfts Piazza in Homberg.
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Almuth Karger, Inhaberin des Piazza in Homberg, bekommt die Engpässe auch zu spüren.

Weltweit gibt es derzeit Lieferengpässe, da viele Containerhäfen überbelastet sind, es einen Engpass bei Halbleitern gibt und Lkw-Fahrer fehlen.

Die Verbraucher kommen teilweise nur noch schwer an Laptops, Router, Drucker, Wanderschuhe, Waschmaschinen, Fahrräder oder Sportartikel. Doch wie ist die Lage bei Geschäften im Kreisteil Fritzlar-Homberg? Ein Überblick.

Almuth Karger, Inhaberin des Piazza in Homberg, hat in den vergangenen Wochen vermehrt mit Lieferengpässen zu tun. „Gerade zur Weihnachtszeit wird mehr Ware gebraucht“, sagt Karger. Vor allem Kaffee-, Tee- und Kakaoprodukte haben Verzögerungen von acht bis zehn Wochen. „Die Ware kommt aus dem Ausland mit dem Schiff und diese stauen sich derzeit in den Häfen, da der Zoll nicht hinterherkommt“, sagt sie.

Und auch ihr Weihnachtsgebäck ist noch nicht im Laden verfügbar. Das liege allerdings nicht an der Produktion des Gebäcks, sondern am Mangel von Verpackungen. „Für die Kunden ist es sehr schade, wenn nicht alle Produkte da sind, da sie sich nicht richtig austoben können.“ Diese Probleme werden ihr in den nächsten Wochen noch ein paar schlaflose Nächte bereiten. „Dieses Jahr ist einfach anders als die Jahre zuvor“, sagt Karger. Die Marmeladen, die sie in ihrem Geschäft verkauft, bezieht sie ausschließlich aus Deutschland. Daher müsse sich kein Kunde sorgen, nicht an Marmelade zu kommen.

Wer auf Shoppingtour nach Kleidung sucht, allerdings sehr wohl: „Unsere Ware kommt manchmal zwei Monate später“, sagt Martin Bickel, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts Griesel in Homberg. Eigentlich ordert er die Ware fünf bis sechs Monate bevor der Verkauf starten soll. „Wenn dann allerdings eine Übergangsjacke zwei Monate verspätet geliefert wird und dann schon die ersten Frostnächte beginnen, kauft sie natürlich keiner mehr“, sagt Bickel.

Für das Weihnachtsgeschäft mache er sich wegen der Lieferengpässe dennoch keine Sorgen. „Die Strickware soll jetzt im Oktober kommen und selbst wenn sie erst im November geliefert wird, dann ist es immer noch rechtzeitig.“ Zudem sei das Lager noch reichlich gefüllt mit der Ware aus dem vergangenen Jahr, da sie wegen der Corona-Pandemie das Geschäft nicht öffnen durften. „Im Notfall können wir uns daraus dann bedienen“, sagt Bickel.

Wie schwierig es ist, an Ware zu kommen, bestätigt auch Angelika Waldmann vom Fritzlarer Spielwarengeschäft Villa Kunterbunt. „Fast alle Geschäfte haben in diesen Tagen mit Engpässen zu tun.“ Die Container würden im Herstellerland verbleiben, in Deutschland könne die Ware also nicht weiter bearbeitet werden. „Wir haben versucht, möglichst viel im Vorfeld zu ordern“, sagt Waldmann und denkt schon jetzt an die Weihnachtszeit. Gerade Schleichtiere und einige Legoartikel seien nur noch schwierig zu bekommen. „Das wird auch im Januar wahrscheinlich noch nicht anders sein“, schätzt die Chefin des Spielwarenladens. Der Online-Handel, sagt sie, sei von den Problemen ebenfalls betroffen.

Katja Jankowski, Inhaberin von Buch & Papier in Borken sowie der Buchhandlung Akzente in Bad Zwesten, hat derzeit kaum Probleme. Lediglich Waren, wie beispielsweise Tassen und andere Gegenstände aus Porzellan, die in China hergestellt werden, seien nicht lieferbar. „Darauf muss man dann halt verzichten“, sagt Jankowski.

Allerdings gebe es Auslieferschwierigkeiten bei den Bücheranbietern. Dafür aber aus einem ganz anderen Grund: ihnen fehlten Mitarbeiter. Auch werde Papier zunehmend knapp. Kopierpapier soll, so Jankowski, deshalb ab November deutlich mehr kosten, als noch im Moment. (Lea Beckmann, Daria Neu und Christina Zapf)

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