1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Homberg (Efze)

"Lassen die Welt nicht untergehen": Homberger Schüler spendeten für Afrika

Erstellt:

Von: Dorothea Wagner-Maroti

Kommentare

Benefizkonzert in der Homberger Stadthalle.
Rund 150 Schüler standen beim Benefizkonzert in der Homberger Stadthalle auf der Bühne. © Dorothea Wagner

Acht Homberger Schulen haben mit dem Rotary Club eine Abschlussgala in der Homberger Stadthalle auf die Beine gestellt. Dabei wurden die Schüler auch politisch.

Donnernde Trommeln, rhythmische Tänze, Gemälde von Sonnenuntergängen in der Savanne und kulinarische Spezialitäten – rund 150 Schüler veranstalteten mit dem Rotary Club Homberg einen afrikanischen Abend in der Stadthalle. Dabei wurde der ferne Kontinent mit allen Sinnen erlebbar.

Spenden für Schulkinder in Uganda und Sambia 

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“ Mit dieser Begrüßung brachten Schüler der Erich-Kästner-Schule die monatelange Arbeit von hunderten Schülern auf den Punkt. Mit dem Rotary Club sammelten sie in der Aktion „Wir helfen Kindern“ so viele Spenden wie möglich für Schulkinder in Uganda und Sambia. Auch bei der Abschlussgala konnten die Besucher spenden, ein Termin für die Auszählung steht noch nicht fest. Mit der Gala schloss Reinhard Berle sein Präsidentenprojekt ab. „Ich besuche seit vielen Jahren beide Länder, die Situation vor Ort ist bedrückend“, sagte Berle. Der gravierendste Unterschied zwischen dem Schulalltag in Afrika und Deutschland? „Dort empfinden die Kinder es als Privileg, die Schule besuchen zu können, dafür nehmen sie auch kilometerweite Wege auf sich.“

Mit den Spenden können Schulgeld, Bücher und Uniformen finanziert werden. Das Geld kommt Waisenkindern in dem Dorf Kawolokota in Uganda zugute sowie einer Schule in Sambia, die für arme Kinder gegründet wurde. In acht Homberger Schulen wurde dafür gebacken, gebastelt, Waffeln und Freundschaftsbänder verkauft.

Verkauften Freundschaftsbänder und Dekoherzen für den guten Zweck: Shahnaz Jafari, Helene Jäger und Alica Heidenreich von der Theodor-Heuss-Schule.
Verkauften Freundschaftsbänder und Dekoherzen für den guten Zweck: Shahnaz Jafari, Helene Jäger und Alica Heidenreich von der Theodor-Heuss-Schule. © Dorothea Wagner

Für lachende Gesichter, aber auch Gänsehautmomente sorgte das mehrstündige Programm der Chöre und Tanzgruppen der Schulen. „Jedes Lied transportiert eine Botschaft“, sagte Thomas Fleischmann, Lehrer an der Erich-Kästner-Schule und Stellbergschule, der das gigantische Programm auf die Beine gestellt hatte.

"Keiner will sterben"

So brachte beispielsweise die Trommelgruppe der Osterbachschule mit rhythmischen Klängen, etwa zu „We will rock you“, den Fußboden der Halle zum Beben. Nur der Begeisterungssturm aus dem voll besetzten Saal war lauter. Fehlen im Chor-Repertoire durfte auch nicht „Der ewige Kreis“ aus dem Musical König der Löwen. Endgültig in Afrika-Stimmung waren die Homberger beim Tanzauftritt zu Shakiras Fußball-Weltmeisterschaft-Hit „Waka Waka“.

Bis zu 150 Schüler boten ein mitreißendes Bühnenprogramm bei der Abschlussgala: vorne von links Marion Temme vom Homberger Rotary Club, Bürgermeister und Schirmherr der Hilfsaktion Dr. Nico Ritz, Rotary-Präsident Reinhard Berle und Lehrer Thomas Fleischmann.
Bis zu 150 Schüler boten ein mitreißendes Bühnenprogramm bei der Abschlussgala: vorne von links Marion Temme vom Homberger Rotary Club, Bürgermeister und Schirmherr der Hilfsaktion Dr. Nico Ritz, Rotary-Präsident Reinhard Berle und Lehrer Thomas Fleischmann. © Dorothea Wagner

Doch es schwangen auch nachdenkliche Töne mit. „Keiner will sterben, wozu sind Kriege dann da?“, sang ein junger Schüler ins Mikrofon. Politisch wurde es mit der EU-Hymne. Auch an 70 Jahre Grundgesetz erinnerten die Kinder und Jugendlichen, etwa an das Verbot von Diskriminierung und die Unantastbarkeit der Menschenwürde. „Wir lassen diese Welt nicht untergehen“, sangen sie entschlossen.

Tränen in den Augen 

Die Stimmgewalt von 150 Schülern durchflutete die Stadthalle und sorgte zum Schluss mit Liedern wie „What a wonderful world“ für so manche feuchte Augen, auch unter den Sängern.

An der Hilfsaktion des Homberger Rotary Clubs haben sich folgende Schulen beteiligt: die Theodor-Heuss-Schule, Erich Kästner-Schule, Stellbergschule, Elsa-Brändström-Schule, Anne-Frank-Schule, Grundschule Osterbach, Matthias-Claudius-Grundschule und Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule.

Auch interessant

Kommentare