Leerstände: In Homberg wachsen Sorgen um Einzelhandel

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Soll Standort für einen Einkaufsmarkt werden: Das Gelände des ehemaligen Autohauses Ulrich.

Homberg. Die Entwicklung des Einzelhandels in Homberg bietet zunehmend Anlass zur Sorge. Ein Schreibwarengeschäft und ein Raumausstatter haben sich drastisch verkleinert, ein Schuhladen wurde geschlossen, und ein Sportgeschäft zog um.

Zwei Cafés und eine Bar schlossen im vergangenen Jahr. Nun zog auch der Drogeriemarkt Rossmann von der Ziegenhainer Straße ins Efzecenter. „Ich bin hoch besorgt um den Einzelhandel in Homberg“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz gegenüber der HNA. Schon durch den Weggang von Rossmann sei die Kundenfrequenz stark gesunken. Es werde auf jeden Fall strukturelle Veränderungen geben.

Deshalb wäre es aus Sicht des Bürgermeisters sinnvoll, wie geplant ein Gesamtkonzept für das Ulrich-Areal zu verwirklichen. Ritz: „Wir müssen aufs Tempo drücken. Durch Nichtstun wird ein noch größerer Schaden entstehen als durch einen stärkeren Wettbewerb.“ Innerhalb der nächsten drei Monate sollten seiner Meinung nach die Entscheidungen getroffen werden. Gefordert sind letztlich die Stadtverordneten.

Der Leerstand in Homberg werde weiter steigen, meinte Markus Staedt vom Planungsbüro ANP in Kassel. Je weniger Geschäfte es gebe, desto weniger Menschen kämen in die Stadt. Die Folge: Umso weniger Geschäfte könnten sich auf Dauer dort halten.

Befürchtungen, es könne durch das geplante Einkaufszentrum auf dem Ulrich-Gelände zu einem weiteren Verdrängungswettbewerb kommen, äußerte am Montag bei einer Sitzung des Stadtmarketings unter anderem Martin Knauff, Geschäftsführer des Modehauses Sauer.

In Gefahr sei nach neuesten Untersuchungen nun auch die Westheimer Straße, die bisher noch gut als Einkaufsstraße in Homberg funktioniert habe, sagte Staedt. Diese Tendenz steige, wenn man dort nicht tätig werde.

Auf dem Gelände des früheren Autohauses Ulrich in Homberg soll ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 7000 Quadratmetern entstehen. Einziehen sollte dort nach den Plänen des Projektentwickler Schoofs der nahegelegene Rewe-Markt, der Drogeriemarkt DM, ein Textilhändler und ein Schuhgeschäft. 13 weitere Flächen für kleinere Läden stünden zur Verfügung, etwa für einen Friseur, eine Lotto-Annahmestelle, ein Reinigung, einen Schlüsseldienst und ähnliches.

Vorbehalte gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Dr. Nico Ritz bei den ansässigen Textilanbietern. Auch die Verkehrsanbindung sei noch eine schwierige Frage.

Von Christine Thiery und Heinz Rohde

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