Kabarettist trat bei Ahle-Wurscht-Theater auf

Lehrstunde im Steuerrecht: Chin Meyer begeisterte mit Finanzkabarett im Gasthaus Krone

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Die Ahle Wurscht hatte er sich verdient: Chin Meyer begeisterte mit seinem Finanzkabarett im Homberger Gasthaus Krone. 

Homberg. Geld macht sexy - das war die Bilanz des hochamüsanten Finanzkabaretts mit Chin Meyer im Gasthaus Krone in Homberg. 

„Macht! Geld! Sexy?“ hieß das Programm von Chin Meyer, mit dem das Ahle-Wurscht-Theater um Klaus Döll (Felsberg) und den Homberger Kulturring am Samstagabend in die Theatersaison 2019 startete. Technisch unterstützt von der Kleinen Bühne war das Finanzkabarett vom Allerfeinsten in dem mit mehr als 130 Gästen bis auf den letzten Barhocker ausverkauften Saal des Gasthauses Zur Krone.

„Natürlich macht Geld sexy“, sagte Chin (Christian) Meyer – was für eine Frage. Donald Trump, dem die Deutsche Bank Millionen von Euro lieh, wie das nicht aus dem Staunen herauskommende Publikum erfuhr, sei das lebende Beispiel dafür – und mittlerweile sei er Melanias Problem.

Es waren zweieinhalb hochamüsante Lehrstunden in Sachen Leerverkauf, Steuerrecht und Wählerstruktur, in denen der 59-Jährige mit den orange-getönten Brillengläsern bewies, dass er längst nicht alles rosa sieht, sondern die Finanzwelt zwischen Niedrigzinsphase und Hedgefonds durchblickt. In seiner Paraderolle als Steuerfahnder „Siegmund von Treiber“ läuft Meyer zur Hochform auf, als er das Fachvokabular in puncto Steuern so schnell heraus spuckt wie eine Geldzählmaschine die Scheine.

Meyer macht jedoch auch als indischer Finanzmogul mit seiner Gesangseinlage „Protect Profit“ nicht nur mit gekonntem Hüftschwung eine gute Figur.

An der immer wieder neu konjugierten Frage nach der Macht bewies der äußerst schlagfertige Kabarettist seine Fähigkeiten als Kabarettist, Sänger und Entertainer. Denn Meyer selbst pendelte nach dem Abitur viele Jahre zwischen Deutschland und Indien hin und her und probierte sich unter anderem als lebende Jukebox in der Fußgängerzone Londons, als Musical-Sänger und Schauspieler, bevor er seine Solokarriere als Kabarettist startete.

Erstaunlich auch sein Namensgedächtnis, dank dessen er immer wieder das Publikum Teil seines Programms werden ließ.

Da sei dem gebürtigen Hamburger verziehen, dass er den Edersee nicht kannte – der Ort, an dem die Liebe von Wolfgang, dem Mann mit den fünf Bohrmaschinen in der ersten Reihe, und seiner Claudia begann – hinreißend komisch die romantische Ballade, die Chin Meyer daraus machte. Die Ahle Wurscht am Ende des Abends hatte er sich allemal verdient.

Termin: 13. März, Politisches Kabarett mit Arnulf Rating: „Tornado“. Karten gibt es im Vorverkauf bei Der Verrückte Florist, Ziegenhainer Str. 11a und Piazza, Ziegenhainer Straße 2, in Homberg

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