Leidenschaft zur Musik: Sänger Creasy tritt beim Homberger Altstadtfest auf

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Musik ist seine Leidenschaft: Sänger Ben Schwarze aus Homberg wird beim Altstadtfest in Homberg und beim Hessentag in Hofgeismar (dann mit der Band Tunesday) auf der Bühne stehen.

Homberg. Ben Schwarze lebt in Homberg. Lange Zeit hat er seine Gitarre nicht angerührt, jetzt tritt er wieder auf - als Sänger Creasy und mit der Band Tunesday.

„Nenn mich naiv. Ja, ich bin einer von denen, die die Gläser halb voll sehen, statt die Millimeter, die noch fehlen. Doch muss ich gestehen, dass es eben diese Zeiten gibt, wo auch ein Optimist wie ich am Zweifeln ist.“ (Creasy)

Er weiß, wie es ist, wenn man etwas vermisst. Wie es ist, wenn man auf der Suche und auf der Reise ist. Aber auch, wie es ist, wenn man nach langer Zeit wieder zu sich selbst findet. Sich angekommen fühlt. Vielleicht ist es das, was die Liedtexte von Ben Schwarze ehrlich anmuten lässt. Der nennt sich als Sänger Creasy und lebt in Homberg. Beim Altstadtfest wird er dort am Samstag, 13. Juni, auf der Bühne stehen - mit seiner kraftvollen, tiefen, leicht krächzenden Stimme.

All das, was er musikalisch abliefert, hat sich Creasy selbst beigebracht. Anfangs war er der Junge mit der Gitarre am Lagerfeuer, später dann mit 16 Jahren spielte er in einer Hip-Hop-Band in seiner Heimatstadt Wolfenbüttel und entdeckte das Texten.

Nach der Hip-Hop-Zeit kam eine Auszeit. „Ich habe jahrelang keine Musik gemacht, bin viel gereist, habe die Schule abgebrochen und verschiedene Jobs gemacht“, erzählt er. Er landete in Berlin und arbeitete als Zivildienstleistender in einer Therapieeinrichtung für Drogenabhängige. Machte eine Ausbildung als Sozialarbeiter.

Das alles und auch sein Beruf als Beamter hatte nur wenig mit Musik zu tun. Während Ben Schwarze nicht mehr viel an seine Gitarre dachte, ging es den Menschen in seinem Umfeld ganz anders. Immer mehr rieten ihm, wieder zu singen - die Gitarre auszupacken. Als er die Anzeige der Band Tunesday aus Kassel entdeckte, bewarb er sich als Sänger. „Es hat gleich gepasst und ich wusste, was mir gefehlt hat“, erinnert er sich. Frei habe er sich gefühlt und glücklich.

Mit der Band macht er auch heute noch Musik; Rock- und Pop-Stücke. Doch als Solokünstler Creasy widmet er sich seinen eigenen Kompositionen. Meist langsamere Stücke. Verschachtelte Sätze mag er. Floskeln sind nicht seine Sache. Irgendwo zwischen Funk und Pop bewegen sich die Statements.

Die Lyrics schöpft er aus dem eigenen Leben, und sie erscheinen authentisch. Ihn treibe die Leidenschaft zur Musik an - ähnlich wie den Filmhelden John Creasy aus dem Film „Man on fire“. Die Leidenschaft halte den Filmhelden auf dem richtigen Weg, sagt Ben Schwarze. Deshalb habe er sich diesen Künstlernamen verpasst.

Seine Texte schreibt er am liebsten auf Deutsch. „Auch wenn das nicht leicht ist. Weil es nicht zu platt sein soll.“ Ihm helfe die Erfahrung aus der Hip-Hop-Zeit.

„Rapper machen die besten Texte“, sagt er. Dann spricht er davon, dass er gerne auf größeren Bühnen mit Band auftreten würde und dass er die intimen Auftritte in Kneipen nicht missen mag. Davon, dass sein dreijähriger Sohn Levi seine Stimme mag, er dem Knirps aber „Atemlos“ von Helene Fischer vorsingen soll. Und davon, dass man von Musik alleine nicht leben kann: „Wenn ich Musik mache, lebe ich.“

Es gebe Zeiten, in denen die Wörter nicht so sprudeln. Dann, wenn das Leben mal so ist, wie sein Künstlername. Creasy, das bedeutet übersetzt zerknirscht. In solchen Momenten helfe es, die Gitarre zu nehmen und zu spielen - um anzukommen und zu wissen, dass die Reise weitergeht.

Auftritte: Creasy: Altstadtfest Homberg, Samstag, 13. Juni, 17 Uhr. Tunesday: Hessentag, Hofgeismar, Mittwoch, 3. Juni, 14 Uhr. Eine Hörprobe von Creasy gibt es auf www.hna.de

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