Er bleibt aber Kreisbeauftragter

Lothar Fritz gibt Vorsitz des Homberger THW-Ortsverbands ab

Lothar Fritz (63) gibt nach mehr als zwei Jahrzehnten Vorsitz des Homberger Ortsverbandes ab. Foto:  Brandau

Homberg/Bad Wildungen. Er ist fest mit dem THW verbunden: Lothar Fritz gibt nach mehr als zwei Jahrzehnten den Vorsitz des Homberger Ortsverbandes ab. Ganz ohne die blaue Truppe geht es aber nicht.

Lothar Fritz ist auf alles, aber wirklich auf alles vorbereitet. Wenn man die dreiseitige Liste der knapp 40 Fortbildungen und Lehrgänge studiert, die der gebürtige Homberger in Sachen Katastrophenschutz absolviert hat, wird eines klar: Dieser Mann kennt sich beim Technischen Hilfswerk (THW) aus.

Seit 46 Jahren gehört Lothar Fritz den Homberger Helfern an, kennt Team und Technik aus dem Effeff. Jetzt gibt er nach 22 Jahren den Posten des Ortsbeauftragten an seinen Nachfolger Markus Berneburg aus Homberg-Holzhausen ab: „Es ist genau die richtige Zeit, um zu gehen“, sagt der 63-Jährige. „Ich will auf gar keinen Fall so lange bleiben, bis ich so alt bin, dass mich irgendwann keiner mehr ernst nimmt.“

Diese Gefahr besteht allerdings noch sehr lange nicht. Denn Lothar Fritz war und ist jemand, den man beim THW in Nordhessen seit Jahrzehnten durchaus ernst nehmen muss.

Die Liste seiner Aufgaben und Ämter liest sich mindestens genauso lang wie die seiner Fortbildungen: Der pensionierte Oberstudienrat ist seit 20 Jahren Fachberater im Katastrophenschutzstab des Schwalm-Eder-Kreises und zugleich THW-Kreisbeauftragter für die Ortsverbände Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt. Außerdem war er 35 Jahre lang Bundesdelegierter der THW-Landeshelfervereinigung Hessen, Prüfungsvorsitzender für die Grundausbildung im hessischen Landesverband, Beisitzer im hessischen Landesausschuss und und und.

Was motiviert ihn, jede Minute Freizeit ins Ehrenamt zu investieren? Was führt ihn seit 46 Jahren jeden, aber auch jeden Dienstagabend in den Stützpunkt im Homberger Schlesierweg? „Das THW ist eine unschlagbare Truppe, in der Teamplayer gefragt sind. Einzelkämpfer können da nichts bewirken“, sagt Fritz. „Ich bin einfach infiziert mit dem blauen Virus.“ Und es gebe auch kein Gegenmittel: Wer das Virus einmal in sich trage, werde es nicht wieder los, sagt Fritz.

Er infizierte sich bereits 1969 mit diesem Virus. Damals wurde er Mitglied im THW, lernte es von der Pike auf kennen und durchlief die Ochsentour, bis er in die verantwortlichen Positionen aufrückte.

Die Arbeit habe sein Organisationsgeschick, sein Kommunikationstalent und den Spaß an der Technik gefördert. „Mir hat das alles Freude gemacht - und das ist keine Floskel“, sagt der 63-Jährige. Am Freitag wird Lothar Fritz ab 18 Uhr im DGH Berge verabschiedet. Es wird einen großen Bahnhof geben, bei dem die Redner garantiert den ehrenamtlichen Einsatz loben, den Lothar Fritz seit 46 Jahren fürs THW zeigt. Und auch das, davon kann man schon jetzt ausgehen, werden keine Floskeln sein.

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