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Mehr Feldhasen auf Feldern im Schwalm-Eder-Kreis

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Von: Maja Yüce

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Feldhase
Ein Feldhase sitzt auf einer Wiese. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schwalm-Eder – Der Feldhase heißt in diesen Tagen einfach „Osterhase“ und dass die Tiere zum Auferstehungsfest bunte Eier und Süßigkeiten verteilen, gilt für viele Jungen und Mädchen als gesichert. Allerdings: Wäre dies tatsächlich so, würde manches Kind an diesen Festtagen wohl leer ausgehen. Denn die Feldhasenbestände sind aufgrund fehlender Brachflächen und intensiver Landwirtschaft mit Monokulturen immer kleiner geworden – sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Doch gibt es pünktlich zum Osterfest eine gute Nachricht: Deutschlandweit und auch im Schwalm-Eder-Kreis hat sich der Bestand der Tiere immerhin etwas erholt.

„Feldhasen treten wieder vermehrt bei uns auf“, sagt Dr. Wolfgang Fröhlich vom Landesjagdverband Hessen und Leiter des Wildtparks Knüll. Das liege auch daran, dass es mehr Struktur für die Tiere gebe. Fröhlich meint damit mehr Brachflächen, Wegränder und Wildäcker, auf und in denen sich die scheuen Tiere verstecken könnten. Wichtig sei für die Feldhasen die Vielfalt: „Ihr Tod sind vor allem die Monokulturen, die dann oft auch noch alle an einem Tag abgeerntet werden“, betont Fröhlich.

Dr. Wolfgang Fröhlich Wildparkleiter
Dr. Wolfgang Fröhlich Wildparkleiter © Chantal Müller

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands erreichten die Feldhasenzahlen 2017 einen Tiefstand, steigen seitdem aber wieder kontinuierlich an. Im Frühjahr 2021 wurden in den hessischen Referenzgebieten im Durchschnitt 25 Feldhasen auf 100 Hektar gezählt, im Herbst lag die Anzahl im Mittel demnach bei 28 Feldhasen. Somit ergibt sich ein Zuwachs von 10,5 Prozent, teilt der Jagdverband mit. Hessen liegt damit über dem Bundesschnitt, der bei 16 Tieren pro Quadratkilometer liege.

Jetzt im April werfen Häsinnen zum ersten Mal im Jahr – bis zu fünf Junge. Hasenbabys liegen oft gut versteckt in einer flachen Mulde. „Weil die Mutter oft auf Nahrungssuche geht und die Jungen zurücklässt, denken einige Menschen, sie seien verlassen worden“, sagt Fröhlich. Es sei aber falsch, die Hasen dann einfach mitzunehmen. „Man sollte sie dort lassen, wo sie sind.“ Lägen sie nach ein paar Stunden noch dort, rate er dazu, den Jagdpächter zu informieren. Foto: Chantal Müller

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