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Meteorologe warnt vor Folgen des Klimawandels im Schwalm-Eder-Kreis

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Von: Maja Yüce

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Besucher im Terranobad in Gudensberg.
Bei Temperaturen von über 36 Grad war das Terranobad in Gudensberg gut besucht. © Peter Zerhau

Hitze, Dürre, Fluten, brennende Felder, überrannte Freibäder und Seen sowie Wespenalarm: Der Sommer 2022 scheint Rekorde zu brechen.

Schwalm-Eder – Allerdings ist der gestrige Tag, mit seinen 37 Grad, nicht der heißeste Tag in den Aufzeichnung von Diplom-Meteorologe Günter Fickenscher aus Fritzlar. Dort kletterte des Thermometer am 25. Juli 2019 auf 39,4 Grad.

Seit 50 Jahren wertet Fickenscher Wetterdaten aus. Sein Ergebnis: Die heißen Tage mit mehr als 30 Grad haben zugenommen. „Temperaturen wie wir sie jetzt haben, sind nichts Außergewöhnliches. Besorgniserregend ist aber ihre Dauer, sie steigt enorm.“

Vor 50 Jahren habe man an drei bis vier Tagen im Jahr die 30-Grad-Marke geknackt, in den 2000er Jahren war es durchschnittlich an zehn bis 12 Tagen über 30 Grad heiß. „Seit 2017 liegen wir jährlich an über 20 Tagen darüber“, erklärt Fickenscher. Es sei ein typisches Zeichen für einen Klimawandel, wenn die Temperaturen im Mittel immer wärmer werden. Der Wetter-Experte befürchtet, dass Temperaturen von bis zu 39 Grad in zehn Jahren auch im Landkreis normal sein werden.

Unwetterextreme werden im Schwalm-Eder-Kreis häufiger

Und auch Unwetterextreme würden immer häufiger auftreten, prognostiziert Fickenscher. Denn eine lange Wärmeperiode werde in der Regel von einem Gewitter beendet. Je länger die Wärme, desto größer der darauf folgende Niederschlag. So könnten nach einer Hitzewelle durchaus an zwei bis drei Tagen Regenmengen von bis zu 200 Liter/Quadratmeter fallen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns in Fritzlar, Homberg, Gudensberg oder einem anderen Ort im Landkreis ein Tornado entsteht. Das bereitet mir große Sorgen“, sagt Fickenscher mit Blick auf Paderborn, wo im Mai ein Tornado für Verwüstung und 43 Verletzte sorgte.

Der Klimawandel schreite voran und sei während der vergangenen zwei Jahre Coronapandemie und durch den Ukraine-Krieg bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten. Dabei müsse klar werden, „dass die Folgen des Klimawandels intensiver sein werden als alles, war wir bislang haben“, so Fickenscher. (Maja Yüce)

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