Dr. Ritz: Stadt sollte Gasthaus kaufen

Mögliche Krone-Pächter ließen Termin platzen

Nur äußerlich ein Schmuckstück: Im Inneren des einstigen Gasthauses Krone gibt es viel zu tun. Das Haus sollte die Stadt für 65 000 Euro kaufen, schlägt Bürgermeister Dr. Nico Ritz vor. Foto: Rohde

Homberg. Eigentlich ist es das älteste Gasthaus Hessens, doch mittlerweile entwickelt sich die Suche nach einem neuen Pächter für das Gasthaus Krone in Homberg zu einer unendlichen Geschichte.

Erneut sollten sich Pächter in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse im Rathaus vorstellen. Diesmal drei Köche aus Winterberg. Doch erneut kam niemand. „Täglich grüßt das Murmeltier“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz und erklärte dann, dass er eigentlich optimistisch war, die Interessenten für die Krone und die Burgberggaststätte präsentieren zu können. Doch hätten sie den Termin abgesagt. Somit wird es nicht gelingen, bis zur nächsten Stadtverordnetensitzung ein Konzept vorzulegen - das aber war die Bedingung der Stadtverordneten für einen Kauf des Hauses.

Das markante Fachwerkgebäude am Rande des Marktplatzes war seit 1721 ein Ort der Gastlichkeit. Seit März 2011 steht das Haus leer. Derzeit gehört die Krone einer Investment-Dachgesellschaft aus den USA. Sie ist bereit zum Verkauf, der geforderte Preis ist mittlerweile von 140 000 Euro auf 65.000 Euro gesunken. „Das ist das letzte Gebot“, betonte Dr. Ritz. Was also tun? Der Vorschlag des Bürgermeisters: „Die Stadt sollte die Krone kaufen.“ Man könne mit einer 70-prozentigen Förderung aus dem Stadtumbau West rechnen und der Verein Bürger für Homberg stelle 25 000 Euro für den Erwerb der Krone bereit. „Dann könnten wir die Krone für Null Euro aus dem Stadtsäckl kaufen“, sagte Ritz. Dabei verschwieg er nicht, dass Geld für Unterhaltung und Renovierung anfallen werde. Man müsse sich um das Gebäude kümmern und handlungsfähig bleiben.

Das könne gelingen, wenn man das Haus kaufe, und es in einen Zustand versetzt, in dem es verpachtet werden kann. „Es gab in der Vergangenheit keine ausgeklügelte Strategie. Wir müssen uns jetzt damit beschäftigen“, sagte Ritz. Der Verein Bürger für Homberg hatte 2011 errechnet, dass man 217 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes benötige. Damals wurde noch mit einer energetischen Sanierung im vollen Umfang und dem Einbau einer Lüftungsanlage gerechnet. Diese Berechnung sei überholt, sagt Jochen Gontermann, Architekt der Stadt Homberg auf HNA-Anfrage. „Es ist mit Kosten von 150.000 Euro zu rechnen.“

Von Maja Yüce

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