Motivation wächst im Garten mit

Mitten in der blühenden Pracht: Die Sozialpädagoginnen Marina Zensinger und Ursula Steube sowie die Teilnehmer Ayoub Dahdou und Mirko Nickel bauen im Stadtteilgarten unter anderem auch Mais an. Foto: Thiery

Homberg. „Wenn die Jugendlichen sehen, wie alles wächst, fangen sie an zu verstehen, dass es Zuversicht und ein gutes Maß an Zutun auch für die eigene Entwicklung braucht." Das sagt Gärtnerin Ingrid Schröder im Homberger Stadtteilgarten.

Die Jugendlichen begriffen, dass sie ihren beruflichen Weg gehen können, wenn sie nur kontinuierlich dran bleiben. Das sei dann der erste Schritt für die Motivation, die abgebrochene Schulausbildung doch nachzuholen. Oder jetzt die Ausbildung zu beenden.

Erfolgsrate: Die Erfolgsrate des Projektes „Qualifizierung und Beschäftigung für Jugendliche“, um das es dabei geht, sei hoch, ergänzt Elke Junger, die Geschäftsführerin der Starthilfe, die das Projekt anbietet. Die meisten Absolventen des Kurses könnten weiter vermittelt werden. Sie seien im Anschluss an das einjährige Programm etwa in der Lage, Berufsvorbereitungskurse anzustreben, in die Schule oder Ausbildung zu gehen.

Teilnehmer: „Die Teilnehmer sind zwischen 16 und 27 Jahre alt und brauchen Unterstützung, weil sie Ausbildungen abgebrochen haben oder Schulverweigerer sind“, erklärt sie. Das Programm wird vom Land und der EU unterstützt, bei Hartz IV-Empfängern springt das Jobcenter ein. Die Hälfte der Teilnehmer sind zudem dieses Jahr Flüchtlinge, sie bekommen zusätzliche Sprachkurse.

Der Garten: Im Sommer steht der Garten im Mittelpunkt der Arbeit: Erdbeeren pflanzen, Zucchini ernten und gießen, Unkraut hacken, das gehört zu den täglichen Aufgaben. So lernen sie, regelmäßig zu arbeiten. Der Garten im Stadtteil am Bahnhof existiert seit drei Jahren, zuvor war der Schulbauernhof in Mühlhausen der Sitz des Projektes. „In den Garten kommen alle gern“, fügt Ingrid Schröder hinzu. Besonders in der Erdbeerzeit sei es eine Wonne gewesen zu sehen, wie die Teilnehmer sich über die süße Frucht freuten. Die Jungen bewegten sich auch gern und powerten sich bei der Gartenarbeiten aus. „Da merken sie abends körperlich, was sie getan haben“, sagt sie.

Betreuer: Im Winter kommen Hauswirtschaft, Gastronomie, Holz- und Metallwerkstatt hinzu, wo sich die Jugendlichen orientieren können. Unterstützt werden sie von der Sozialpädagogin Marina Zensinger, die ihnen bei Praktikumsplätzen und Bewerbung hilft. Ursula Steube hilft noch aus.

Neuer Kurs: Im September wird der Kurs neu aufgefüllt. Wer Interesse hat, kann sich noch melden. Im Stadtteilgarten können auch Anwohner rund um den Buchenweg Parzellen mieten und bewirtschaften. Kontakt: Starthilfe Ausbildungsverbund, 05681/99020.

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