Landfrauen: Dorothee Döring sprach in Homberg über ein ganz besonderes Verhältnis

Vortrag über Mutter-Tochter-Beziehungen

Es ging um ein lebenslanges Band: Die Bezirks-Landfrauen hatten das Frauenfrühstück in der Homberger Stadthalle unter das Thema „Mütter und Töchter“ gestellt. Foto:  Zirzow

200 Landfrauen des Bezirksvereins Fritzlar-Homberg kamen Samstag in die Stadthalle, um den Vortrag von Konfliktmanagerin Dorothee Döring über Mutter-Tochter-Beziehungen zu hören.

Die Autorin machte klar, dass diese Beziehung die erste und wichtigste sei – sowohl für Mütter, als auch für Töchter. Deshalb bezeichnet Döring sie auch als „Schlüsselbeziehung“, die sich zwischen Bewunderung einerseits und Abgrenzung andererseits bewege.

Denn Mütter vererbten ja nicht nur ihre Gene, sondern auch ihre Verhaltensmuster, und das könne zu Konflikten führen. Und diese Konflikte, seien familiäre Dauerbrenner, die viel Kraft kosteten. Mütter, die eine perfekte Tochter erwarteten, würden zwangsläufig enttäuscht, sagt Döring: „Solche Erwartungen sind illusionär.“ Ein Raunen ging durch den Saal, als die Schriftstellerin erwähnte, dass für die meisten Töchter in Bezug auf die Mutter feststehe, bloß nur nie so zu werden wie sie.

Erst wenn eine Tochter ihre eigene Identität gefunden habe, und es unter anderem akzeptieren könne, Aussehen und andere Merkmale geerbt zu haben, sei sie in der Lage, diese Tatsache so gelassen zu sehen, wie Johann Wolfgang von Goethe dichtete: „Vom Vater hab ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren.“

Döring empfahl allen Müttern, sich im Umgang mit ihren Töchtern zurückzunehmen, keine ungebetenen Ratschläge zu erteilen und sich die drei wichtigen s-c-h aufzuerlegen: Schauen, Schenken und Schweigen.

Von Rainer Zirzow

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