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Multifunktionshaus in Homberger Altstadt soll 2022 fertig sein

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Von: Chantal Müller

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Die Holzbalken, hinter denen Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Architektin Christine Hess stehen, dienen dem Abstützen des Gebäudes.
Dicke Holzbalken stützen das Haus: Am Fachwerkhaus Holzhäuser Straße 3 haben sich die konstruktiven Verbindungen gelöst. Die Holzbalken, hinter denen Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Architektin Christine Hess stehen, dienen dem Abstützen des Gebäudes. © Chantal Müller

Es ist wohl das größte Bauprojekt in der Homberger Altstadt, im Sommer soll es nun endlich fertiggestellt sein, wenn es die Coronalage zu lässt: Das Multifunktionshaus soll Vereinen, Verbänden, Kindern und Jugendlichen einen Platz bieten. Es verbindet die beiden Häuser Marktplatz 15 und Holzhäuser Straße 3 miteinander.

Bis es aber so weit ist, liegt noch eine Menge Arbeit vor Malern, Elektrikern, Architekten. Im Fachwerkhaus Holzhäuser Straße 3 etwa haben sich die Handwerker von oben nach unten durch jeden Raum gearbeitet. Das hat einen Grund: „Das Gebäude wurde nach unten immer sicherungsbedürftiger“, erklärt Architektin Christine Hess. Das gesamte Haus habe abgesichert werden müssen, weil sich eine Wand vom Gebäude löste. Deshalb wurde es von außen gestützt. Die Deckenbalken seien bis zu 40 Zentimeter von ihrem Aufleger entfernt, berichtet Hess.

Riesige Holzbalken durchziehen die Räume, stützen Wände und Decken. Vor Beginn jeder Arbeit musste diese Konstruktion eingebracht werden, um die statischen Probleme auszumerzen. Nur so habe das Team den Teilabbruch und die Arbeiten am Haus überhaupt bewerkstelligen können, sagt Hess. Dafür wurden unter anderem neue Fundamente im Erdgeschoss gegossen.

Das war jedoch nicht die einzige Überraschung, die bei den Arbeiten an dem alten Fachwerkhaus zutage traten. Es ruht zum Teil auf einem alten Gewölbekeller. Auch er muss hergerichtet werden. Dazu muss alles von Hand ausgeschachtet werden. Wenn das Gebäude saniert ist, soll der ursprüngliche Eingangsbereich so hoch wie zwei Geschosse werden.

Die Stadt hat einen großen Teil der Holzhäuser Straße 3 für einen neuen Verbindungsbau zum Marktplatz 15 abgerissen. Das sei bewusst geschehen, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Der Altbau war stark belastet.“ Der Grund: Im Haus hatte es mehrfach gebrannt. Der vordere Teil des Hauses sei in seiner Substanz jedoch noch so in Ordnung gewesen, dass mehr erhalten werden könne, als ursprünglich geplant.

Der Neubau zwischen beiden historischen Gebäuden wird nötig, um den Höhenunterschied der Häuser auszugleichen. Das erklärt auch die zum Teil sehr hohen Wände, die im Neubau zu sehen sind: Die Küche etwa wird eine Deckenhöhe von 5,20 Metern aufweisen.

Während in der Holzhäuser Straße 3 Büros und das Lehrerzimmer für die Musikschule sowie ein Veranstaltungsraum für das „theater 3 hasen oben“ entstehen sollen, wird die Elternschule im Erdgeschoss des Hauses Marktplatz 15 einziehen. Ganz oben im Neubau entstehen Multifunktionsräume und Musikräume für die Musikschule, auf Ebene 2 wird die Arbeiterwohlfahrt (Awo) einziehen. Insgesamt entstehen 1050 Quadratmeter.

Ursprünglich sollte das Multifunktionshaus bereits Ende 2020 bezugsfertig sein. Die Arbeiten fielen fast ausschließlich in die Zeit der Pandemie. Das habe zeitverzögernde und kostenintensive Konsequenzen gehabt, sagt Hess. „Die Firmen hatten immer wieder Personalausfälle oder Lieferprobleme. Oder beides.“ Archäologische Funde und Ausgrabungen verzögerten die Arbeiten zusätzlich.

Baustoffe wie Holz, Stahl und Dacheindeckungen seien von extremen Kostensteigerungen betroffen gewesen. Auch Personalkosten seien „ungewöhnlich stark“ angestiegen, erklärt Hess, die Kostensteigerungen. Zu Beginn der Arbeiten rechnete die Stadt mit 3,2 Millionen Euro – davon 2,7 Millionen Euro Fördergeld. Inzwischen liegt das freigegebene Budget bei 4,15 Millionen Euro. (Chantal Müller)

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