Seit 13 Jahren Party auf dem Grünhof 

Musikschutzgebiet-Festival lockte 2000 Besucher nach Hombergshausen

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Sie starteten als Schülerband und spielen heute auf den großen Bühnen: die Indie-Rock-Band Leoniden aus Kiel. Am Samstagabend begeisterten die fünf Musiker ihr Publikum auf dem Musikschutzgebiet. Fotos:

Hombergshausen. Das Festival begeistert mit seiner idyllischen Lage und musikalischen Vielfalt. Diesmal wurde es auch politisch, als Musiker die Lage in Chemnitz thematisierten. 

Die Besucher tanzten, sangen, schwitzten und froren – denn die sonnigen Tage waren warm, die Nächte im Schlafsack sehr kalt auf dem Grünhof in Hombergshausen. Dort fand am Wochenende das Musikschutzgebiet-Festival mit 2000 Besuchern statt. Bereits zum 13. Mal hat sich der Bauernhof in einen Treffpunkt für Musikfreunde aus ganz Deutschland verwandelt.

Das Musikfestival zählt zu den kleineren Veranstaltungen seiner Art – genau das macht es aber für Besucher attraktiv: „Das Gelände ist mit so viel Liebe bis ins kleinste Detail gestaltet“, sagt Marie Lambert aus Freudenthal, die das Festival bereits zum zweiten Mal besucht. Das Konzertgelände befindet sich mitten im Innenhof und Garten des Bauernhofs – die Bäume wurden bunt angestrahlt, zwischen ihnen hingen Hängematten, auf der Wiese standen Sofas. 

Genießen einen sonnigen Abend auf dem Campingplatz: von links Déesse Ntarugera, Fernando Morales und Mara Walther.

Und so wird deutlich: Das Musikschutzgebiet ist ein kleines, aber feines Festival. Von der idyllischen Lage, über die liebevolle Gestaltung bis hin zum umfangreichen Musikprogramm konnten Besucher vier Tage lang ausspannen.

Eine Besonderheit des Festivals ist die große musikalische Bandbreite. Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals kennt das Musikschutzgebiet keine Genregrenzen und vereint so beispielsweise Indie-Rock mit Hip Hop, Elektro mit Funk. Doch so unterschiedlich die Artisten auch waren, eine gemeinsame Botschaft hatten fast alle: Farbe bekennen.

Parolen gegen Nazis 

Einige Musiker thematisierten die Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Demonstranten am Wochenende in Chemnitz. „Was in Chemnitz passiert ist, habt ihr alle gehört. Deswegen ist es super wichtig, dass man sich klar positioniert“, sagte Jakob Amr, Sänger der Band Leoniden, zu seinem Publikum. 

Rapper Fatoni überzeugte die Menge mit seiner Stimme.

Rapper Fatoni verpflichtete jeden Gast, den Refrain mitzusingen, und erklärte: „Das nennt sich Gruppenzwang. Den hat man in Deutschland erfunden. Zum Beispiel in Chemnitz ist das gerade der Fall.“

Die tolerante Einstellung der Teilnehmer wurde indes schon beim Betreten des Geländes deutlich: Auf dem Holztor zum Eingang des Campingplatzes stand in geschrieben „Refugees Welcome“ (Flüchtlinge willkommen), im Publikum wurden Fahnen mit Regenbogen und einer Parole gegen Nazis geschwenkt.

Seit 13 Jahren mitten auf dem Bauernhof

2003 hatte Hubertus Nägel die Idee, auf dem Bauernhof seiner Eltern ein Musikfestival zu veranstalten. Seine Idee setzte er in die Tat um und öffnete den Hof 2004 für die erste Festivalauflage, die ein Erfolg war. 2005 gründete er den Verein Musikschutzgebiet, der sich seitdem um die Organisation des Festivals kümmert. Heute hat der Verein 25 ehrenamtliche Mitglieder und etwa 100 freiwillige Helfer, die das Festival am Wochenende auf die Beine stellten.

Von Justus Mann 

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