My Vale und Schott stellen Beratung um

Homberger Schuhtechniker mit neuem Konzept in der Orthopädie

Bei Schott Orthopädie-Schuhtechnik geht es weiter: Karsten Weber (links) und Geschäftsführer Markus Schott zeigen, wie während der Coronakrise Schuhe und Einlagen bei Patienten angepasst werden. 
+
Bei Schott Orthopädie-Schuhtechnik geht es weiter: Karsten Weber (links) und Geschäftsführer Markus Schott zeigen, wie während der Coronakrise Schuhe und Einlagen bei Patienten angepasst werden. 

In Homberg stellt Markus Schott mit seinem Team handgefertigte, orthopädische Sandalen her. Sogar Schauspieler Russell Crowe wurde erneut mit Schuhen von My Vale beliefert.

Es ist zum Großteil noch echte Handarbeit, die Markus Schott und sein Team in Homberg abliefern. Maßangefertige Einlagen, passgenaue Schuhe, Laufanalyse, Beratung bei Muskel- und Gelenkproblemen – in vierter Generation kümmert sich Schott Orthopädie-Schuhtechnik um die Füße in der Region, in Deutschland und darüber hinaus. Doch auch die Coronakrise macht vor dem Familienunternehmen nicht Halt: Materialengpässe, Notfallpläne im Quarantänefall und Abstandsregeln beschäftigen das Team. Das geht mit der Krise kreativ um – und profitiert sogar davon.

Eigentlich wollten Geschäftsführer Markus Schott und Karsten Weber, zuständig für die Pressearbeit, bald den neuen MyVale-Laden an der August-Vilmar-Straße eröffnen. Eine gläserne Werkstatt war geplant und ein Tag der offenen Tür. Für den Unternehmenszweig, in dem seit elf Jahren maßangefertigte Zehenstegsandalen hergestellt werden – ganz einfach mittels Trittschaumbox.

Coronakrise trifft auch Schuhtechniker My Vale

Der Umbau des neuen Geschäfts liegt erst einmal auf Eis. Die bewährte Technik der Schuhe von MyVale, bei der Kunden ihre Fußabdrücke in eine Trittschaumbox geben und diese an das Unternehmen senden, ist es aber, die es dem Schuhtechniker ermöglicht, seinen Betrieb auch während der Pandemie aufrecht zu erhalten, berichtet Markus Schott.

Nachdem zu Beginn der Krise kaum noch Schuhe verkauft wurden, hat Schott seine Arbeit umgestellt: „Wir hatten plötzlich keine Mails mehr, keine Bestellungen“, sagt Karsten Weber. In der Orthopädie kamen die Kunden wie gewohnt. Dann überwiesen Physiotherapeuten keine Patienten mehr, Kunden wurden vorsichtiger. „Inzwischen machen wir nur noch medizinisch notwendige Termine“, sagt Schott. Alles andere läuft über Telefon, Fotos, E-Mails – und über Trittschaumboxen. „Das wird gut angenommen.“ In den Behandlungskabinen trügen alle Mitarbeiter Mundschutz, die Beratung erfolge unter Abstand. Für Härtefälle – etwa Patienten mit offenen Wunden – wird eine Beratung zu Hause angeboten.

Coronakrise: Telefonische Beratung und Onlineshop

Das Unternehmen konzentriert sich jetzt auf die telefonische Beratung, kurzerhand wurde auf der Laufstudioseite ein Onlineshop eingerichtet, über den nun auch Bandagen, Orthesen und Einlagen bestellt werden können. „Durch die Änderungen konnten wir den Rückgang abfangen. Das Know-How von MyVale hilft uns jetzt“, berichtet Schott.

Trotz aller Kreativität gibt es etwas, das die Schuhtechniker nicht ändern können: Materialengpässe. „Wir beziehen es aus Italien. Die Kommunikation dorthin ist zusammengebrochen“, so Schott. Kork aus Portugal benötige sechs Wochen, bis es in Homberg ankommt. Und das Ausliefern der Ware wird schwieriger. DHL fliege keine Post nach Australien. Um Schauspieler Russell Crowe seine Schuhe liefern zu können, musste eine Alternative her. Auch Kunden aus Spanien konnten ihre Trittschaumboxen nicht zur Post bringen. Kurzerhand wurde ein Bote geschickt. Die Kreativität kennt eben doch keine Grenzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.