Bürgermeister zieht Bilanz

Nach Summer of Pioneers: Homberg ein guter Ort zum Leben?

Panoramaaufnahme der Homberger Innenstadt in einem goldenen Licht. Zu sehen sind die Stadtwahrzeichen: Stadtkiche und Burg.
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Die Stadt Homberg will mit dem lokalen Projekt Summer of Pioneers das Thema Digitalisierung im ländlichen Raum vorantreiben.

Sechs Monate Summer of Pioneers. Sechs Monate neue Gesichter, ausprobieren, neu beginnen, einleben. Die Stadt ist offen in das Projekt gegangen, erhoffte sich einen Erkenntnisgewinn.

Homberg - Es ging darum herauszufinden, wie Homberg und die Region ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten werden können. Wenn es nach Bürgermeister Dr. Nico Ritz geht, ist das gelungen.

„Homberg ist ein guter Ort, um digital und hybrid zu arbeiten“, sagt der Rathauschef, den auch und vor allem eines freut: „Wir konnten beweisen, dass Homberg ohne Auto alltagstauglich ist.“ Das Leben und Arbeiten rund um die Altstadt habe sich bewährt. Vor allem die räumliche Nähe der Arbeitenden zueinander sei ein echter Gewinn gewesen.

In der Wahrnehmung des Bürgermeisters habe der ÖPNV keine große Rolle bei den Teilnehmenden gespielt. Details wurden im Projekt dennoch herausgearbeitet, mit denen die Stadt nun umgehen könne. So spiele die Qualität des Wohnraums eine ebenso wichtige Rolle wie das gastronomische Angebot, das dringend ausgebaut werden müsse. „Doch da tut sich inzwischen ja einiges.“

Angestoßen haben die Teilnehmer des Projekts in Homberg vieles. Allem voran sind da wohl die Freiraumstationen zu nennen: leerstehende Geschäfte, in denen Ausstellungen, Lesungen, Pop-up-Küchen temporär eingerichtet wurden. Außerdem befindet sich eine Jugendwerkstatt im Aufbau. Die Projekte fanden Anklang – bei allen Hombergern?.

Es gehe nicht darum, die Wünsche und Vorlieben eines jeden Hombergers zu berücksichtigen, sagt Ritz. „Das Projekt ist eingebettet in unsere Stadtentwicklungsstrategie.“ Es gehe darum, herauszufinden, wie die Stadt künftig Zuzug organisieren könne. Der Summer of Pioneers habe dabei geholfen. „Wir sind offen in das Projekt gegangen“, sagt der Bürgermeister. Sein Fazit: Homberg und die Region können selbstbewusst um Menschen aus Ballungszentren werben. Langfristig werde davon auch jemand profitieren, der sich nicht unbedingt für Kultur interessiere.

Etwa zehn Pioniere haben sich dazu entschlossen, auch über das Projekt hinaus in der Kreisstadt zu bleiben. Das sei zwar nicht die Kernbestrebung des Bürgermeisters gewesen. „Dass sie aber bleiben zeigt, dass Homberg ein attraktiver Ort ist.“ Und es helfe, die Hinderungsgründe abzubauen, die für Menschen gegen einen Umzug nach Homberg sprechen. „Wir brauchen genug Menschen, die die Stadt attraktiv finden.“

In ihrer Kreativität nicht beschränkt worden zu sein, habe den Teilnehmern bei der Projektentwicklung geholfen, sagt Jörg Jessen. Er ist einer derjenigen, die sich schon früh entschieden haben, langfristig zu bleiben.

Sie hätten so weit mehr erreicht, als sie zum Ziel hatten. Eines jedoch sei ein Wermutstropfen: „Wir wollten gerne ein Makerspace-Festival machen. Wir wollten Menschen einladen, es auszuprobieren.“ Doch das erforderliche Sponsoring für ein Festival, bei dem die offene Werkstatt vorgestellt werden sollte, habe sich nicht schnell genug realisieren lassen, erklärt Jessen. Die Werkstatt entsteht trotzdem in der Untergasse. Als Treffpunkt für Jugendliche und Handwerker. „Und das ist die Hauptsache.“ (Chantal Müller)

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