Immobilienexpertin fordert Versorgungszentrum auf Klinikareal

Nach Verkaufsangebot: Ideen für ehemaliges Asklepios-Kreiskrankenhaus in Homberg

Die ehemalige Homberger Kreisklinik umgeben von Wald.
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Abriss oder Umnutzung: Für das ehemalige Kreiskrankenhaus in Homberg gibt es viele Ideen. Archiv

Eine Drive-In-Apotheke, Fachärzte, Hotel und Gastronomie: Wenn es nach Immobilienexpertin Astride Vogel-Breiding geht, braucht Homberg keine Wohnbebauung an der Melsunger Straße. Vielmehr sollten die Gebäude der ehemaligen Kreisklinik wieder als das genutzt werden, was sie einmal waren – als Krankenhaus.

Homberg - Mit Investoren habe die Betreiberin eines Immobilienmanagements ein solches Konzept bereits vor einigen Jahren erarbeitet. In der Diskussion um eine mögliche Nachnutzung des Areals bringt sie dieses Konzept im HNA-Gespräch nun wieder ins Spiel.

„Homberger können nicht auf eine medizinische Erstversorgung verzichten. Jedes Leben zählt“, sagt Vogel-Breiding und bringt als Beispiel einen Massenunfall auf der A 7 in Höhe der Abfahrt Homberg/Efze. „In welche Krankenhäuser sollen denn dann all die Leute?“, fragt sie. Das Klinikareal biete mit seinen Bauten, dem ehemaligen Schwesternwohnheim, den Garagen, dem Standplatz für das Notarzteinsatzfahrzeug, der ehemaligen Dialysestation, dem Hubschrauberlandeplatz und den vielen Parkplätzen optimale Bedingungen, teilt sie der HNA in einem Leserbrief mit.

Die Coronapandemie zeige, wie sehr Homberg auf eine medizinische Erstversorgung angewiesen sei. Zwar gebe es das Ärztehaus. Das aber sei eine „Fehlplanung“, findet Vogel-Breiding. Dass ein Krankenhaus auf dem Grundstück reaktiviert werden könnte, hält sie für realistisch. „Klar, es muss aufgeräumt und alles neu ausgestattet werden. Aber die Struktur ist doch da. Man muss sie nur nutzen.“

Erste Ideen für ein solches Versorgungszentrum, die der HNA vorliegen, unterbreitete sie der Stadt bereits – Investoren nach eigenen Angaben inklusive. Demnach sollte im Erdgeschoss eine Drive-In-Apotheke eröffnen, um kranke Menschen zu versorgen. Auf einer weiteren Ebene sieht das Konzept Arztpraxen vor. Auf den weiteren Ebenen könnten entstehen: eine Pflegestation, ein Hotel, das Angehörige von Patienten beherbergt, sowie eine Gastronomie mit Dachterasse.

Investoren wären auch jetzt wieder schnell bei der Hand, würde man die Pläne neu beleben, ist sich die Hombergerin sicher. Es brauche allerdings den Mut, ein solches Projekt umzusetzen. Einfamilienhäuser auf dem Grundstück brächten die Stadt nicht weiter. Ein Versorgungszentrum jedoch würde für einen Schub sorgen, die Versorgung von Patienten sei ein Wirtschaftszweig. Es gelte, zukunftsorientiert zu handeln. „Ich denke, dass sich viele Homberger eine gescheite Ambulanz wünschen“, sagt Vogel-Breiding und äußert auch Kritik am Klinik-Konzern Asklepios, der noch Eigentümer des Areals ist: „Die haben für einen Euro ein vollwertiges Krankenhaus bekommen, sich alles genommen, was sie brauchten und es dann verfallen lassen.“ (Chantal Müller)

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