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Der Nachwuchs bei den Fahrzeugführern fehlt im Schwalm-Eder-Kreis

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Von: Lea Beckmann

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Mario Schwedes, Uwe Kemper und Marlies Latosik von der Agentur für Arbeit bei der Spedition Rauter in Homberg.
Mario Schwedes (von links), Gesellschafter und Geschäftsführer bei Rauter in Homberg, Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, und Marlies Latosik von der Agentur für Arbeit bei der Spedition Rauter in Homberg. © Lea Beckmann

Die Zahl der offenen Stellen im Schwalm-Eder-Kreis im Bereich Verkehr und Lagerei haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Bei dem Beruf des Fahrzeugführers seien nach Angaben der Agentur für Arbeit 85 Stellen im Kreis offen.

Schwalm-Eder – „Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist jeder dreißigste Fahrzeugführer“, erklärt Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach. Das höre sich erst mal gar nicht so schlecht an, aber „der Bedarf an Fahrzeugführern ist auch enorm hoch“, sagt Mario Schwedes, Gesellschafter und Geschäftsführer bei Rauter in Homberg. Sein Unternehmen sei momentan aber ganz gut aufgestellt. „Wir haben 67 Fahrer auf 60 Lkws – das ist kein akuter Mangel“, sagt Schwedes.

Doch das Blatt könne sich schnell wenden. Denn: Schaue man sich die Altersverteilung der Fahrzeugführer an, sei zu verzeichnen, dass nahezu 75 Prozent der Beschäftigten im Kreis über 40 Jahre liegen. „Das ist ein akutes Problem, welches immer akuter wird, weil der Nachwuchs fehlt“, sagt Kemper. Rauter habe derzeit einen Auszubildenden im Bereich Fahrzeugführer. Aber er habe schon im vergangenen Jahr angefangen. „In diesem Jahr haben wir bislang keinen Auszubildenden gewinnen können – aber solche Jahre hatten wir schon öfter“, sagt Schwedes.

Arbeitslosenzahl bei Fahrzeugführern deutlich angestiegen

Es sei daher wichtig, jungen Menschen die Aufstiegsmöglichkeiten zu zeigen. „Entscheidet man sich als Fahrzeugführer zu arbeiten, hat man einen sicheren Beruf gewählt“, sagt Kemper. Es müssten schließlich immer wieder Waren von A nach B transportiert werden.

Zu den offenen Stellen trägt auch die Arbeitslosenzahl bei Fahrzeugführern bei. Die ist nämlich in den vergangenen zwei Jahren deutlich angestiegen. Der Grund: „Viele müssen aus gesundheitlichen Gründen aufhören“, sagt Kemper. Und viele halten den Druck auch nicht mehr aus. Mit diesen Problematiken hatte auch Schwedes schon zu kämpfen. „Wenn man Leute wegen gesundheitlicher Probleme verliert, wird automatisch der Druck für die verbleibenden Fahrzeugführer größer“, erklärt er. (Lea Beckmann)

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