Architekt hat sich mit Zukunft historischer Bauten beschäftigt

Neue Pläne für historische Schirnen in Homberg

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Die Schirnen am Homberger Marktplatz, jene Läden, die unterhalb der Marienkirche in den Berg gebaut wurden, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die Zeichnung zeigt, wie Architekt Christian Gerlach sich die Zukunft der Schirnen vorstellt.

Homberg. Menschen, die in den historischen Schirnen auf dem Homberger Marktplatz Kaffee trinken, Wein genießen oder auf der Terrasse davor Eis essen - so stellt sich Architekt Christian Gerlach die Zukunft der leer stehenden Schirnen vor.

„Ein Ort, an den man gerne geht und der die Attraktivität des Marktplatzes steigert“, sagte er im Bauausschuss und stellte seine Planung für die Nutzung der beiden Schirnen vor. Diese sieht Abdichtung, Umbau und Sanierung vor. Kosten: 300.000 Euro.

Seit der Sanierung 2007 dringt in die rechte Schirne von oben Feuchtigkeit ein. „Bislang ist nicht geklärt, wer dafür die Verantwortung trägt“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Ein Beweissicherungsverfahren laufe gegen Gerlach, der einst auch der Fachplaner für die Abdichtung der Schirnen war. Gerlach betonte, dass die Planung aus seiner Sicht richtig war. Man habe damals den Bereich der Linde, die ein Naturdenkmal ist und oberhalb der rechten Schirne steht, nicht angetastet, um diese nicht zu schädigen. Daher dringe nach wie vor Feuchtigkeit ein.

Die neue Planung habe er auf eigene Rechnung und ohne Auftrag der Stadt erstellt. Nicht, weil er etwas falsch gemacht habe, sondern weil er noch immer von dem Projekt Schirnen überzeugt sei, betonte Gerlach. Allerdings müssten die Schirnen dicht sein, um genutzt zu werden. Das könne mit Dichtschlämme erreicht werden. Diese würde aufgetragen, um Oberflächen gegen eindringendes Wasser zu schützen.

Seine Planung sieht die gemeinsame Nutzung beider Schirnen vor, die durch eine Glas-Stahl-Fassade transparent gestaltet wären. Vorgespräche mit der Denkmalpflege habe er geführt und signalisiert bekommen, dass die Sandsteinwände erhalten bleiben sollten, die Fassade aber transparent werden dürfe. „Früher waren die Schirnen offene Verkaufsstände“, so Gerlach.

Außerdem sieht seine Planung einen behindertengerechten Zugang über eine Rampe zur Terrasse vor. Im Innenraum würden die insgesamt 67 Quadratmeter großen Gasträume der Schirnen einen mineralischen Anstrich erhalten. Ein Heizungsumbau und eine Lüftungsanlage würde es ebenso geben wie Sonnensegel auf der Terrasse.

Das sagt der Bürgermeister

Man könne es auf eine womöglich mehrere Jahre dauernde rechtliche Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang ankommen lassen oder versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, um den Schaden in den Griff zu bekommen. „Das wäre der pragmatische und logische Weg“, sagte Ritz im Bauausschuss.

Aus dem Programm Stadtumbau West könne man maximal 220.000 Euro erhalten. Die Stadt müsste 80.000 Euro aufbringen.

Termin:  Bei der Stadtverordnetensitzung im Haus des Gastes in Hülsa, will Gerlach seine Planung präsentieren. Beginn: Donnerstag, 23. Juli, 19 Uhr.

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