Neues Gesetz zwingt zum Handeln

Ortsbeirat gab grünes Licht für Bau eines Legehennenstalls bei Mardorf

So soll er aussehen: Zwischen Gilserberg und Moischeid steht ein baugleicher Legehennenstall, wie ihn Familie Krug zwischen Mardorf und Berge plant.
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So soll er aussehen: Zwischen Gilserberg und Moischeid steht ein baugleicher Legehennenstall, wie ihn Familie Krug zwischen Mardorf und Berge plant.

Knapp 60 Jahre, nachdem sie mit ihrer Landwirtschaft aussiedelten, wird es auf dem Hof Krug in Mardorf erneut eng. Sie haben den Bau eines neuen Freiland-Legehennenstalls zwischen Mardorf und Berge beantragt.

Mardorf –Der Grund ist eine neue Verordnung der Nutztierhaltung, die für mehr Tierschutz im Sauenstall sorgen soll – weg von Kastenständen, hin zu Gruppenhaltung und mehr Platz für das einzelne Muttertier.

„Wir bräuchten nach den neuen Vorgaben künftig doppelt so viel Stallfläche für unsere Sauen. Dies umzusetzen, ist für uns im Altgebäude nicht möglich“, sagt Landwirt Ulrich Krug.

Daher müssten Krugs auf der grünen Wiese bauen – und ihre Sauenplätze von 100 auf 300 Tiere erhöhen, damit sich der Neubau rechnete. „Die höhere Muttertierzahl würde dann aber nicht mehr zu unserem geschlossenen System und der Anzahl unserer Mastplätze passen“, so der Landwirt. Sich mittelfristig von der Ferkelproduktion zu verabschieden und stattdessen auf Legehennen zu setzen, könnte für Krugs eine Alternative sein.

Noch liegt keine Genehmigung für den Neubau des Legehennenstalls zwischen Berge und Mardorf vor, „und wenn die Baukosten weitere in die Höhe steigen wie in den letzten Monaten, landen die Pläne auch erstmal in der Schublade“, sagt Ulrich Krug.

Doch der Ortsbeirat, der im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens eine Stellungnahme abgeben musste, gab zumindest grünes Licht. Der Abstimmung vorausgegangen war eine öffentliche Sitzung mit 33 Teilnehmern– coronabedingt unter freiem Himmel, in der Nadine Krug über die Pläne informierte.

Diese sehen vor, einen Legehennenstall nach den Öko-Kriterien des Naturland-Verbandes zu errichten. In dem dürfen dann nach Bio-Kriterien 12 000 Legehennen oder nach konventionellen Richtlinien knapp 15 000 Tiere eingestallt werden. Gemessen in Großvieheinheiten (GV) – zum Vergleich: eine Großvieheinheit steht für 500 Kilogramm Lebendgewicht eines Tieres – entspreche die Größe in etwa einem Stall von 50 Kühen oder 380 Mastschweinen.

Der Stall sei so konzipiert, dass sich die Hennen frei bewegen können – vom Innenbereich mit seinen Nestern zum Eierlegen über den halboffenen Wintergarten bis ins großzügige Freigehege.

Ängste von Anwohnern wegen einer möglichen Geruchsbelästigung durch die Geflügelhaltung konnten während der Sitzung ausgeräumt werden, berichtet Ortsvorsteherin Julia Krug. Mardorfer selbst hatten sich zuvor ein Bild von ähnlichen Ställen in der Region gemacht.

Krugs möchten sich die Möglichkeit offen halten, die Hühnerhaltung später auf Bio umzustellen, so Nadine Krug. Bislang passe dies jedoch noch nicht ins Betriebskonzept, das nicht zuletzt aufgrund der vorhandenen Gebäudesubstanz auf konventionelle Schweinehaltung und Ackerbau setzt. „Die Eier der Hennen sollen jedoch rein regional als Hessen-Ei aus Freilandhaltung vermarktet werden“, so die Landwirtin.

Der Großteil der Verbraucher sei derzeit nicht bereit, einen Mehrpreis für Bio-Eier zu zahlen, erwähnt Ulrich Krug ein weiteres Argument, warum die Familie nicht auf Anhieb auf die Produktion von Bio-Eiern setzt. Das Problem in der ganzen Thematik sei die Vermarktung. Anders bei Freilandeiern – hier sei die Nachfrage hingegen gesichert. (Kerstin Diehl)

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