Mehrausgaben sorgen für geringeren Handlungsspielraum

Neues Jugendzentrum Homberg: Kosten explodieren

Homberg. Offenbar gab es bei einigen Bauprojekten in Homberg in den vergangenen Jahren keine saubere Kostenkontrolle.

Vor allem ein Großprojekt, die Sanierung des Jugendzentrums im Davidsweg, entwickelt sich zu einem finanziellen Debakel.

Die Kosten dafür werden nun voraussichtlich 1,18 Mio. Euro betragen. Das entspricht einem Plus von 300 000 Euro.

„Der geplante Kostenrahmen wurde zu niedrig angesetzt, und man hat einfach zu optimistisch gerechnet“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch. Das nicht nur beim Jugendzentrum: Auch die Ausgaben für das Feuerwehrhaus und den Jugendclub in Hülsa sowie den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Berge fallen höher als geplant aus. Insgesamt sind die Kosten für diese drei Projekte um rund 63 000 Euro gestiegen. Ein Tiefschlag für die finanziell stark angeschlagene Stadt, deren Handlungsspielraum - bei den Investitionen wie zum Beispiel dem Straßenbau - nun noch weiter eingeschränkt wird.

„Man hätte das auf jeden Fall wesentlich früher feststellen müssen. Dann steuert man nach, oder zieht die Notbremse.“ Vor allem hätte man seiner Ansicht nach, einen größeren finanziellen Puffer einplanen müssen. Das wäre dann auch eine solide Entscheidungsgrundlage für die Parlamentarier gewesen. Nun bleibe aber ein fader Beigeschmack und ein Vertrauensverlust bei den Bürgern.

Der Grund für die Kostenexplosion beim Jugendzentrum lasse sich nicht an einem Punkt festmachen. Es sei die Summe der einzelnen Bausteine, die die Rechnung gesprengt haben. „Das ist ein großer Rückschlag auf unserem eigentlich guten Weg, und ich befürchte, es werden noch ein paar folgen.“ Man habe damit begonnen, alle öffentlichen Bauprojekte zu überprüfen, um einen ganauen Überblick zu bekommen und für mehr Transparenz zu sorgen.

Von Maja Yüce

Rubriklistenbild: © dpa

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