Neujahrskonzert in Homberg: Solisten eroberten die Herzen

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Sangen beim Neujahrskonzert der VR-Bank Schwalm-Eder in Homberg: Die Solisten Christiane Linke (links) und Stefan Lex.

Homberg. Zu einem rauschenden, humorvollen Fest wurde das Neujahrskonzert in der Homberger Stadthalle am Sonntag. Gespielt hat das Johann-Strauß-Orchester aus Frankfurt.

Das Johann-Strauß-Orchester aus Frankfurt mit dem Dirigenten Stefan Ottersbach und die beiden Solisten Christane Line (Sopran) und Stefan Lex (Tenor) boten dem Publikum alles, was zu einem freudigen Jahresbeginn erwartet wird: Beschwingte Musik auf hohem Niveau aus der Goldenen (1860-1900) und Silbernen Ära (nach dem Ersten Weltkrieg) der Wiener Operette.

Zum Beginn wurde die Ouvertüre zu „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß jun. interpretiert, mit dunklem Streicherklang, im Wechsel mit hell erklingenden Themen der Bläser, das sich von schwungvoll zu einem rasend schnellen Ende entwickelte. Mit diesem Stück begeisterte das Orchester, das sich aus Musikern des Radio-Sinfonieorchester Frankfurt und den Opernorchestern Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt zusammensetzt, sofort die Besucher der Stadthalle. Humorvoll führte Dirigent Ottersbach durch das Programm, erzählte Possen aus der Zeit der Oper, Lebensgeschichten und Eigenheiten der Komponisten. Da war zum Beispiel Franz von Suppé, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppe-Demelli hieß.

Begeisterte mit einem dreistündigen Konzert: Das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt mit Dirigent Stefan Ottersbach spielte in der Homberger Stadthalle.

Nett auch die Anekdote um „Morgenblätter“ von Johann Strauß: Er vertont darin das Lesen von fünf verschiedenen Tageszeitungen. Ottersbach übertrug die Geschichte in die Gegenwart, in der Politiker morgens verschiedene Zeitungen lesen, natürlich darunter auch die „Bild“: Man will ja auch wissen, was das Volk sagt. Auch die beiden Solisten eroberten die Herzen der Zuhörer im Sturm: Die charmante Sopranistin Christiane Linke und der galante Tenor Stefan Lex ließen stimmlich und in der Interpretation der vielen Arien, darunter „Der Vogelhändler“ von Nico Dostal, „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán oder im Duett aus „Die ungarische Hochzeit“ von Nico Dostal, keine Wünsche offen: perlend leichte, hohe Stimmen, mit Hingabe an die Inhalte der Lieder gesungen, im Duett hervorragend miteinander verschmelzend.

Raritäten von Carl Zeller oder von Nico Dostal gehörten an diesem Abend genauso zum Programm wie - vor allem gegen Ende des dreistündigen Konzertes - bekannte Melodien.

Nach dem vierten Titel, den Morgenblättern von Johann Strauß, wurden erste begeisterte Rufe hörbar. Dies steigerte sich nach der Pause immer mehr in eine gelöste, begeisterte Stimmung, in der sogar zum Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehár im Raum getanzt wurde. Standing Ovations und frenetischer Applaus nach dem letzten Stück, dem Flieger-Marsch von Nico Dostals „Der fliegende Rittmeister“, sowie laute Rufe nach mehr. Dem kam das Orchester drei Mal nach.

Von Agnes Dürr

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