Neustart für Stadtmarketing in Homberg geplant

War ein Erfolg: Das Märchen- und Familienfest im Stadtpark wurde von Anja Hassenpflug und Martina Bülter (rechts) organisiert. Mehr privates Engagement statt städtischer Dominanz bei der Ausrichtung von Festen wünscht sich Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Archivfotos: Yüce/Privat

Homberg. Das Tischtuch zwischen den Kaufleuten der Homberger Innenstadt und dem Geschäftsführer des Stadtmarketings, Dr. Dirk Richhardt, ist fast zerschnitten.

So bewertet zumindest Bürgermeister Dr. Nico Ritz die aktuelle Situation. Es hätten sich nach und nach immer mehr Gewerbetreibende zurückgezogen. Gründe dafür, dass die Akzeptanz des Stadtmarketings nicht mehr so groß sei, gebe es viele, erklärt Ritz im HNA-Gespräch.

Einer sei sicher auch, dass die Dominanz der Stadt im Stadtmarketingverein in den vergangenen Jahren zu groß gewesen sei. Die Folge: Viele Veranstaltungen seien von der Stadt beherrscht worden und nicht, wie früher, erfolgreich auch von den Hombergern mitorganisiert worden. „Das ist ein Modell, das sich nicht bewährt hat“, erklärt der Bürgermeister, der Kraft Amtes stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins ist.

Es sei schade, dass sich das private Engagement zurückentwickelt habe. Zudem hatte es kürzlich bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Kritik an der Arbeit des Geschäftsführer gegeben. Man sei mit dem, was erreicht wurde, nicht zufrieden, hieß es. Stimmen wurden laut, dass man sich von Richhardt trennen wolle.

Und auch müsse: Die Stadt muss sparen und hat den Zuschuss für das Stadtmarketing drastisch gekürzt. Somit könne man sich keinen hauptamtlichen Geschäftsführer mehr leisten, hieß es weiter (wir berichteten). Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet, die über das weitere Vorgehen entscheiden soll. Im Januar soll laut HNA-Informationen mit ersten Ergebnissen zu rechnen sein.

Dr. NicoRitz

Es sei sehr gut, dass sich die Gewerbetreibenden nun wieder aktiv einbringen wollten, sagt Ritz. Das sei wichtig für die Entwicklung der Innenstadt. Es sei aber unerlässlich, dass man sich über die Strukturen des Vereins Gedanken mache, und auch die Aufgabengebiete müssten klar geregelt sein. Um tatsächlich einen Neuanfang zu gewährleisten, wünscht sich Ritz, dass der bisherige Vorsitzende, Heider Olten, sein Amt zur Verfügung stellt.

Die Situation des Geschäftsführers sei in Homberg, unabhängig von der Person, eine schwierige, betont Ritz. Dessen Aufgabengebiet sei nicht klar definiert. Das Stadtmarketing in Homberg ähnele einem Gemischtwarenladen. „Dr. Richhardt hatte zu viele Hüte auf“, so Ritz. Daher habe er die an ihn gestellten Aufgaben auch nicht so wahrnehmen können, wie es der Anspruch war.

Von Maja Yüce 

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