Gute Nachricht für das Bahnhofsgebiet

Homberg: Es gibt noch zwei Jahre Geld für das Programm „Soziale Stadt“

Klaus Herz

Homberg. Es hat sich viel getan im Homberger Bahnhofsgebiet und den Efzeauen: Die Wohnqualität in dem Gebiet, das vor zehn Jahren noch als sozialer Brennpunkt galt, wurde verbessert und die Menschen, die dort leben - 50 Prozent von ihnen sind Aus- und Übersiedler, 20 Prozent unter 25 Jahre - besser integriert. Diese Bilanz zieht Klaus Herz, Quartiermanager.

Jetzt steht nach einer Zitterpartie fest: Es geht weiter mit dem Programm „Soziale Stadt“. Zumindest für die nächsten zwei Jahre. Denn nach wie vor benötigen Bahnhofsgebiet und Efzewiesen besondere Aufmerksamkeit. Ziel ist es, Perspektiven für die Menschen dort zu schaffen, für Integration zu sorgen und mehr Lebensqualität zu bieten.

Die Infrastruktur in dem Gebiet sei eher schlecht, sagt Herz. Es gebe weder Kindergarten noch Schule. Dennoch: „Die Menschen, die dort leben, sind weitaus zufriedener als es die Leute in der Kernstadt glauben“, sagt Herz. Dafür sorge auch der Stadtentwicklungsverein, der in der „Alten Sparkasse“ zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden sei. „Dort ist ein Treffpunkt entstanden“, sagt Herz. Es sei wichtig gewesen, dass man in das Gebäude investiert habe. Die „Alte Sparkasse“, sei seit Programmstart 2005 zu einem Ort geworden, der jetzt auch von Menschen außerhalb des Quartiers angenommen werde. Viele Angebote werden dort gemacht. Eine Besonderheit sind die intensiven Sprachkurse. Die Einrichtung der Stadtteilagentur in Verbindung mit dem internationalen Bund macht das intensive Beratungsangebot möglich.

Zudem habe man auch ganz konkret für mehr Lebensqualität in dem Gebiet gesorgt. So wurde Geld für die Beleuchtung einiger Wege ausgegeben. „Das sorgt für ein besseres Sicherheitsgefühl“, erklärt Herz. Und noch mehr habe sich getan: Um den einstigen Drecksberg sei eine Freizeitanlage entstanden. Es gebe jetzt einen Spielplatz, einen Festplatz, einen Nachbarschaftsgarten und vieles mehr. „Das wird alles gut angenommen“, sagt Herz. Außerdem wurde der ehemalige Kindergarten Tannenweg vorübergehend als Jugendzentrum genutzt, die Multifunktionsarena in den Efzewiesen errichtet. Den Abschluss der Investitionen aus dem Programm bildet der Umbau des Jugendzentrums im Davidsweg.

Das Bahnhofsgebiet werde längst nicht mehr als Ghetto wahrgenommen, sagt Herz. „Dort kann man sich wohlfühlen“, fügt er an. Noch immer gebe es aber genug zu tun. Auch, damit das, was aufgebaut wurde, Bestand hat.

Und: Seit der Ankündigung, dass mehr Asylbewerber in den Kreis kommen, setzt sich der Stadtentwicklungsverein auch für die Integration der Asylbewerber ein. Einige von ihnen leben im Bahnhofsgebiet.

Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe, Tanzgruppen und weitere Angebote gibt es in der Alten Sparkasse für die Menschen aus dem Bahnhofsgebiet und darüber hinaus. Außerdem werden 2015 vier weitere Veranstaltungen aus der Reihe „Komm ich zeig Dir mein Land, eine kulinarische Entdeckungsreise“ stattfinden. Ein Stadtteilfest ist geplant und die Beteiligung an der Woche gegen Rassismus. Der demografische Wandel und die Aufstockung des Asylbewerberheims im Quartier stellen den Stadtentwicklungsverein vor neue Herausforderungen. Zudem muss eine Lösung gefunden werden, wie es mit dem Verein nach dem Ende des Förderprogramms weitergehen kann.

Von Maja Yüce

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