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Paar erwartet zum zweiten Mal Zwillinge

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Von: Christine Thiery

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Ein Paar aus Homberg erwartet zum zweiten Mal Zwillinge. Das unverhoffte Glück stellt die Eltern vor große Herausforderungen.

Homberg-Wernswig – Die Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen, liegt in Deutschland bei 1,2 Prozent. Dass einen dieses Glück gleich doppelt trifft, scheint da fast unmöglich. Dass es das nicht ist, beweisen jetzt Sarah Rohde und Tim Franke aus Homberg-Wernswig (Schwalm-Eder-Kreis). Das Paar erwartet zum zweiten Mal Zwillinge – innerhalb eines Jahres. Im Januar kamen Paul und Marten Franke zur Welt. Und im Dezember erwartet das Paar erneut Nachwuchs: Zwillinge.

Das wird keine leichte Aufgabe sind sich die Eltern sicher. Das doppelte Zwillingsglück ist aber zugleich auch eine ziemliche Herausforderung für das junge Paar. Kräftemäßig und auch finanziell. Wieder schnell arbeiten, wie noch vor ein paar Monaten gedacht, kann die junge Mutter dann sicher längere Zeit nicht. „Wir werden Elterngeld-Plus beziehen und das wird finanziell sehr, sehr, sehr knapp“, sagt Sarah Rohde und rechnet die Situation vor.

Schwalm-Eder-Kreis: Familie bekommt Elterngeld-Plus - Leben mit Zwillingen ein Kraftakt

Denn bei Bezug von Elterngeld-Plus wird der Grundbetrag auf die doppelte Laufzeit bezogen und halbiert sich daher monatlich. Dafür sind es dann aber vier kleine Kinder auf einmal, die sie versorgen müssen. Die Zwillingszuschläge betragen für das zweite Kind 300 Euro pro Monat, bei Elterngeld Plus sind es 150 Euro.

Schon jetzt ist das Leben mit den Zwillingen für die Familie ein Kraftakt. Die beiden putzmunteren neun Monate alten Jungen fordern ihre Eltern ziemlich. Doch sie meistern ihre Aufgabe mit Bravour. Vater Tim nimmt sofort nach der Arbeit die Kinder auf den Arm und entlastet seine Partnerin wo es nur geht.

Erwarten erneut Zwillinge: Sarah Rohde und Tim Franke mit den noch nicht einmal einjährigen Zwillingen Paul und Marten.
Erwarten erneut Zwillinge: Sarah Rohde und Tim Franke mit den noch nicht einmal einjährigen Zwillingen Paul und Marten. © Christine Thiery

Zunächst habe es sich wie ein Schock angefühlt, als sie feststellte, dass sie erneut schwanger ist, sagt Sarah Rohde. Als sie dann noch die Nachricht erhielten, dass es erneut Zwillinge seien, war das Paar baff. Solch ein Zufall sei keineswegs vorhersehbar gewesen. Nach dem ersten Schock war dem Paar klar: „Wir gehen das an.“ Fest steht nach den Untersuchungen schon: Dieses Mal sind es ein Junge und ein Mädchen. Die beiden Jungs, Paul und Marten, sind zweieiige Zwillinge.

Schwalm-Eder-Kreis: Vier Kleinkinder bringen Eltern finanziell an ihre Grenzen

Allerdings räumen die gelernte Bürokauffrau und der Notfallsanitäter auch ein, dass sie nicht so recht wissen, wie sie das doppelte Zwillingsglück finanziell stemmen sollen. Der Vater wird nach der Geburt einige Monate Elternzeit nehmen. Allein auch schon deshalb, um seine Frau mit den vier Kindern dann zu unterstützen. „Alleine wird sie es nicht schaffen“, sagen sie. Auch wird es personelle Hilfe aus der Familie geben. So gehe die Großmutter geht bald in Rente und könne dann sicher hier und da aushelfen, aber nur bedingt.

Obwohl es Zwillingszuschüsse zum Elterngeld gebe, reiche ihr Geld vermutlich bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen täglichen Bedarf zu decken, befürchtet das Paar.

Denn um für die Familie sorgen zu können, wird Sarah Rohde zu Hause bleiben und somit als Verdienerin ausfallen. Allein die Milch für die beiden Jungen koste das Paar jetzt schon monatlich 320 Euro. Die neuen Geschwister will Sarah Rohde zwar auch erst mal stillen, aber man könne nicht genau sagen, wie lange dies möglich sein werde.

Schwalm-Eder-Kreis: „Wir brauchen einfach alles“ - Paar bittet um Unterstützung

„Wir brauchen einfach alles“, sagt der Vater. Sie werden etwa einen Kleinbus benötigen, um die Kinder zum Kinderarzt in Baunatal zu fahren.

Und das Paar bittet wegen ihrer außergewöhnlichen Situation um Unterstützung. Zum Beispiel mit Utensilien für die Babys. Kindersitze, Windeln, Kleidung für Säuglinge, Zwillingskinderwagen, zwei Bettchen, eine Wickelkommode, einen Kleiderschrank und zwei Hochstühle sind unter den Dingen, die sie dringend benötigen. „Es werden drei bis vier richtig harte Jahre werden“, sagt Tim Franke. Doch irgendwie werde sich alles fügen, davon ist das Paar überzeugt.

Kontakt: Sarah Rohde, Tel. 01 76 / 70 64 99 69 oder Sandra Bornkessel, sanna24@hotmail.de. (Christine Thiery)

Elterngeld-Plus

Elterngeld gibt es in den Varianten Basiselterngeld, Elterngeld-Plus und Partnerschaftsbonus - diese können kombiniert werden. Das Elterngeld-Plus soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken und die Pläne derjenigen anerkennen, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Mütter und Väter haben so die Möglichkeit, länger als bisher Elterngeld zu erhalten. Elterngeld-Plus können Eltern doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld: Ein Monat Basiselterngeld entspricht zwei Monaten Elterngeld-Plus. Wenn Eltern nach der Geburt nicht arbeiten, ist das Elterngeld-Plus halb so hoch wie das Basiselterngeld. Wenn sie nach der Geburt in Teilzeit arbeiten, kann das Elterngeld-Plus so hoch sein wie das Basiselterngeld mit Teilzeit. bmfsfj.de

Zwei Frauen im Schwalm-Eder-Kreis bieten gemeinsam zusätzliche Angebote für Familien mit kleinen Kindern an, um die Folgen der Coronapandemie aufzufangen.

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