Mann rief vier Mal bei Polizei an

Notruf: Polizei kam zu spät - Räderdiebe konnten entkommen

Die Räderdiebe bockten den Wagen auf: Es entstand Schaden von 4000 Euro. Foto:  privat

Homberg. Ein 30-Jähriger aus Mörshausen erhebt Vorwürfe gegen die Homberger Polizei. Der Mann hatte die Beamten am Sonntag mehrfach telefonisch um Hilfe gebeten.

Der Grund: Er hatte gegen 4.30 Uhr Diebe auf seinem Hof entdeckt. Vier Mal habe er die Polizei angerufen. Dennoch habe es noch eine knappe Stunde gedauert, bis ein Streifenwagen kam. Bis dahin waren die Diebe über alle Berge: samt Rädern und Felgen seines Autos. Polizeisprecher Reinhard Giesa weist die Vorwürfe zurück: Die Beamten seien sofort nach dem ersten Anruf tätig geworden. Sie hätten die Fahndung nach dem Wagen der Diebe eingeleitet, bevor sie nach Mörshausen gefahren seien, um dort die Anzeige aufzunehmen - die Suche habe Vorrang gehabt.

Der Mörshäuser war am Sonntag gegen 4.20 Uhr von lautem Knacken wachgeworden. Der 30-Jährige bewohnt mit seiner Freundin einen Wohnwagen: Der steht neben dem Haus, das das Paar zurzeit renoviert. Als der Mann aus dem Fenster schaute, traute er seinen Augen nicht: Zwei Unbekannte stellten gerade seinen Mercedes auf Steine, um die Räder zu demontieren.

Der 30-Jährige griff um 4.30 Uhr zum Handy und alarmierte die Polizei: Es seien Diebe am Werk, man möge schnell eine Streife schicken. Um 4.34 Uhr rief er erneut an: Die Männer seien in Richtung Homberg gefahren, die Beamten könnten den Wagen abfangen. Um 4.37 Uhr rief er wieder an: nichts geschah. Um 4.40 Uhr griff er ein letztes Mal zum Hörer: Um zu fragen, wann denn endlich eine Streife komme. Aber erst 50 Minuten nach dem ersten Anruf seien Beamte vorgefahren, klagt der Mann. Er kann nicht verstehen, dass trotz wiederholter Anrufe keine Hilfe kam.

Mehrfach sei er am Telefon nach seinen Personalien gefragt worden: „Anstatt loszufahren, wollte der Beamte Formulare ausfüllen“, sagt er.

Polizeisprecher Giesa dementiert das. Es habe schlicht ein Missverständnis gegeben, das Nachfragen erforderte: Es sei nicht klar geworden, ob vom Homberger oder Spangenberger Stadtteil Mörshausen die Rede war. Den Vorwurf, dass die Polizei nicht gehandelt habe, weist Giesa zurück: „Natürlich will jeder Polizist Täter ertappen und festnehmen, das ist doch die Motivation, die ihn antreibt.“ Die Streifenwagen aber seien an jenem Morgen im Raum Borken unterwegs gewesen. Die Beamten hätten zwar unmittelbar die Fahndung aufgenommen - die Diebe aber dennoch verpasst. (bra)

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