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Pandemie und Krieg wirken sich auf Gottesdienste aus

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Von: Lea Beckmann, Maja Yüce

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Adventskranz und weihnachtlich geschmückter Altar mit Kerzen und Weihnachtsbaum
Die Coronapandemie und die Folgen des Ukrainekrieges machen sich bei den Weihnachtsgottesdiensten bemerkbar. (Symbolbild) © Christian Schauderna

Die Coronapandemie und die Folgen des Ukrainekrieges machen sich bei den Weihnachtsgottesdiensten im Kreisteil Fritzlar-Homberg bemerkbar.

Fritzlar-Homberg – Manch ein Gottesdienstbesucher dürfte zu Weihnachten frösteln: Die Kirchen im Kreisteil Fritzlar-Homberg sollen nur minimal beheizt werden. Grund dafür ist die Energiekrise in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Trotzdem wird es im Dom in Fritzlar mit 14 Grad an Weihnachten wärmer sein als in den vergangenen Wochen, sagt Stadtpfarrer Patrick Prähler. Da wurde das katholische Gotteshaus auf acht Grad geheizt. „Zwischen acht und 14 Grad sollten es sein, damit die Kunstschätze und die Orgel keinen Schaden nehmen“, erklärt Prähler. Dennoch: Man sollte sich für den Gottesdienstbesuch warm anziehen und sich zum Beispiel auch eine wärmende Decke oder ein Sitzkissen mitbringen, rät er.

Doch nicht nur auf das Energiesparen werde geachtet. Auch die Coronapandemie spielt noch eine Rolle: „Wir bitten darum, dass im Gottesdienst Schutzmasken getragen werden, doch entscheiden es letztlich die Besucher für sich“, sagt Prähler. Zuletzt seien die Maskenträger in der Minderheit gewesen, hat er beobachtet. Um den Menschen, die lieber mehr Abstand halten wollen, gerecht werden zu können, habe man die Sitzplätze der Seitenschiffe reduziert. „Jede zweite Reihe ist freigegeben“, sagt er.

In der Homberger Stadtkirche sollen zu den Weihnachtsgottesdiensten wieder alle Bänke zur Verfügung stehen. „Wir hatten vorher jede zweite Reihe gesperrt“, sagt Pfarrer Friedrich Heidelbach. Auch wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben seien, setze man auf die Selbstverantwortung der Besucher. „Wir gehen wieder mit großer Freude aber auch mit Vorsicht zu den Gottesdiensten“, sagt Dekanin Sabine Tümmler. Neben den „klassischen“ Gottesdiensten gebe es aber auch weiterhin neue Formen digitaler Angebote und Outdoor-Gottesdienste. „Viele Krippenspiele wurden einstudiert und werden in Kirchen oder auch auf Höfen aufgeführt“, so Tümmler.

Pandemie spielt in Gottesdiensten nur noch eine untergeordnete Rolle 

Weihnachten steht vor der Tür. Im vergangenen Jahr waren das Fest und die damit verbundenen Weihnachtsgottesdienste, aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt. Doch dieses Jahr spielt die Pandemie bei den Festgottesdiensten nur noch bedingt eine Rolle.

Weihnachtsgottesdienste im Kreisteil Fritzlar-Homberg: Katholisch

„Corona ist weiter ein Thema, die Gemeinden setzen auf die Freiwilligkeit und Rücksichtnahme der Gottesdienstbesucher“, sagt Dechant und Pfarrer Simon Graef aus Gudensberg. „Masken werden empfohlen, sind aber keine Pflicht. Es wird niemand weggeschickt, der keine Maske tragen möchte.“ Die Regel sollte aber die Rücksichtnahme, also das Nutzen der Maske, sein. „Die Pfarrer und liturgischen Dienste tragen immer dann einen Mund-Nasen-Schutz, wenn keine Abstände gewahrt werden können. Zum Beispiel bei der Austeilung der Heiligen Kommunion“, so Graef weiter.

Die Kirchen werden sparsam beheizt, ausreichende Kleidung wird empfohlen. „Die milden Weihnachtstemperaturen in diesem Jahr entspannen die Lage etwas“, so die Einschätzung von Graef.

„Die Besucher müssen sich diesmal nicht vorab anmelden“, erklärt Pfarrer Peter Göb der katholischen Gemeinde Epheta Homberg/Borken. Das sei im vergangenen Jahr zu den Weihnachtsgottesdiensten noch Pflicht gewesen. Dennoch empfehle man den Kirchenbesuchern, eine Maske zu tragen und Abstand zu halten. „Das ist den Menschen aber selbst überlassen, wir sprechen nur eine Empfehlung aus“, sagt Göb.

Die katholische Gemeinde plane am 24. Dezember einen Gottesdienst im Freien. Um 16.30 Uhr findet dieser vor dem Homberger Altenpflegeheim St. Marien statt. „Das war im vergangenen Jahr schon sehr schön – die Menschen, die dort wohnen, können einfach aus ihren Fenstern zuschauen und am Gottesdienst teilnehmen“, sagt Göb. „In Gensungen und Homberg werden Krippenfeiern im Freien gestaltet, das milde Wetter macht es möglich“, so Graef. „Die anderen Gemeinden feiern die Gottesdienste in den Kirchen.“

In den Kirchen sind Krippenlandschaften aufgebaut. „Diese sind zu den Gottesdiensten zugänglich, vielerorts sind die Kirchen täglich tagsüber geöffnet“, sagt Graef. Sehenswert sei zum Beispiel die Krippenlandschaft am Eingang zum Dom in Fritzlar. „Jede unserer Kirchen hat ihre eigene, ganz besondere Krippe. Häufig bleiben die Krippen bis zum 2. Februar aufgebaut“, erklärt Graef. Besonders festlich gehe es in den Christmetten in der Heiligen Nacht zu. „Mit den liturgischen Diensten – Pfarrer und Ministranten – wird zu Beginn des Gottesdienstes vielerorts eine Christusfigur herein getragen und in die Krippe gelegt.“ Auch am ersten Feiertag sei die Messe besonders feierlich. Und: Weihrauch werde in allen Gottesdiensten in der Weihnachtszeit verwendet.

Die Sternsinger werden ausgesandt: Die Kinder und ihre Begleiter bringen den Segen in die Häuser und sammeln Spenden. „In diesem Jahr stehen die Kinderrechte und die Stärkung der Kinder im Mittelpunkt, Indonesien ist das Beispielland, aber auch bei uns ist dieses Thema sehr aktuell“, so Graef.

Weihnachtsgottesdienste im Kreisteil Fritzlar-Homberg: Evangelisch

Auch wenn die Corona-Regeln so gut wie aufgehoben sind, bieten die evangelischen Kirchengemeinden im Kreisteil Fritzlar-Homberg Alternativen zu den Gottesdiensten in den Kirchen an. In Homberg wird es am Samstag neben den kirchlichen Gottesdiensten eine Open-Air-Veranstaltung geben. Ab 16 Uhr findet ein Familiengottesdienst auf dem Marktplatz statt, teilt Pfarrer Friedrich Heidelbach mit. „Das ist für die Menschen, die wegen der Pandemie nicht in die Kirche gehen wollen“, sagt Heidelbach. Wenn es regnen sollte, gebe es aber kein Ersatzprogramm – auch nicht in der Stadtkirche. Der Gottesdienst findet mit einem Anspiel der Kinder und unter Mitwirkung des Posaunenchores statt.

Die Kirchengemeinde Remsfeld bietet am Heiligabend um 17 Uhr einen Gottesdienst mit Krippenspiel an, bei dem man gar nicht das Haus verlassen muss. „Es wird einen Livestream auf Youtube geben, wo man den ganzen Gottesdienst verfolgen kann“, teilt Dekanin Sabine Tümmler mit.

Eine weitere Besonderheit gibt es in Lohne. Dort werden am ersten Weihnachtsfeiertag von 9.30 bis 11.30 Uhr weihnachtliche Stationen angeboten. „Die Kurrende des Posaunenchores mit der Aktion ‘Kirche unterwegs zu dir‘ bieten an verschiedenen Stellen Musik, Gebet und einen weihnachtlichen Gedankenaustausch an“, sagt Tümmler. Der Beginn ist an der Kirche.

Und im Kirchspiel Dillich-Nassenerfurth werde das Friedenslicht aus Bethlehem in den Gottesdiensten am Heiligabend ausgeteilt. „Dort sollten die Besucher ein Kerzengefäß mitbringen“, teilt Dekanin Sabine Tümmler mit. (Maja Yüce und Lea Beckmann)

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