Kosten sorgen bei einigen für Existenzängste

Parken wird zu teuer: Berufsschüler und AWO-Altenhilfeschüler hoffen auf Lösung

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Protest: Berufsschüler der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule und der Awo-Altenhilfeschule sind gegen die Parkgebühren in Homberg, denn viele von ihnen könnten das zusätzliche Geld nicht aufbringen. Unser Bild zeigt (von links) Angelika Behm, Victor Moreau, Artur Sterz, Maren Hainmüller, Awo-Schulleiterin Dorothea Pampuch und Daniel Hinz. Foto: 

Homberg. Dass in Homberg Parkgebühren eingeführt werden und sie zur Kasse gebeten werden, damit wollen sich die Berufsschüler der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule und der Awo-Altenhilfeschule nicht abfinden.

Denn für fast alle Schüler seien sechs Euro Parkgebühr pro Tag oder 120 Euro für einen ganzjährigen Parkausweis nicht erschwinglich. Mehr noch, die zusätzlichen Kosten sorgten bei einigen für Existenzängste, sagen sie und nennen gleich mehrere Beispiele.

Da ist der Auszubildende zum Metallbauer Artur Sterz aus Melsungen, der rund 350 Euro im Monat verdient. Einmal die Woche sei er in Homberg und müsse je sechs Euro für ein Tagesticket zahlen. „Das ist viel zu viel“, sagt er. Victor Moreau aus Breitenau nimmt an einer Umschulung teil. Die bekommt er zwar von der Arbeitsagentur bezahlt - mehr aber nicht. „Ich lebe von meinem Ersparten und kann mir die Parkgebühren nicht leisten“, sagt er.

Und Maren Hainmüller aus Mengsberg ist alleinerziehende Mutter und muss mit rund 600 Euro im Monat über die Runden kommen. „Wir haben die Chance, einen sozialen Beruf zu erlernen - und in Homberg werden uns Steine in den Weg gelegt“, sagt sie.

Hoffen auf andere Lösung

Andere Schüler berichten von ihrem Blockunterricht: Eine Woche pro Monat seien sie in Homberg. Dafür lohne sich die Jahreskarte nicht und das Tagesticket sei für sie nicht erschwinglich. In anderen Städten, wie zum Beispiel in Fritzlar, könnten Berufsschüler kostenlos parken. Darauf hoffen sie in Homberg und machen Vorschläge: • Parkausweise für Schüler, die über die Schulleitung je nach Bedarf vergeben werden könnten. • Schülerausweis als Parkschein-Ersatz auslegen. • Kostenlose Parkplätze auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses.

„Es sollte eine Möglichkeiten für die Schüler gefunden werden, denn sie haben nur geringe Gehälter, manche bekommen sogar gar kein Geld“, sagt Awo-Schulleiterin Dorothea Pampuch, die den Protest der Schüler unterstützt.

„Es kann doch nicht sein, dass wir beim Parken zur Haupteinnahmequelle der Stadt werden“, sagt Sterz. Der Reithausplatz, nahe der beiden Schulen, werde fast nur von Schülern angefahren.

Außerdem sind die Schüler enttäuscht von Bürgermeister Dr. Nico Ritz,  wie sie sagen. Ritz habe sich um eine kostenlose Ausweichmöglichkeit für die Schüler kümmern und sich vor der Aufstellung der Automaten bei der Schule melden wollen. Das habe er ihnen versprochen, betonen sie. Die Automaten stehen, aus dem Rathaus haben sie keine Nachricht erhalten. „Wir haben uns auf das Wort des Bürgermeisters verlassen und er hat es nicht gehalten“, so Hainmüller. Das sei schade.

Das sagt der Bürgermeister

Die Schüler seien nicht hintergangen worden, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch. Er habe den Schülern zugesagt, dass er sich um eine Lösung kümmern werde. Dazu stehe er unverändert. Die Schüler konnten noch nicht über kostenfreie Ausweichparkplätze in der Nähe informiert werden, weil die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Grundstückseigentümer (Asklepios) nocht nicht abgeschlossen seien, teilt er mit. Es sei zudem möglich, die Dauerparkausweise zeitlich flexibel - etwa für einen Monat - zu beantragen. Das sei den Schülern sehr wichtig gewesen. Eine Zwischennachricht an die Schule wäre angebracht gewesen, räumt Ritz ein und bedauert, dass das nicht geschehen sei. Man werde bis zur Erhebung von Parkgebühren aber eine Lösung anbieten.

Hintergrund

Die Parkgebühr in Homberg beträgt für die erste Stunde je 15 Minuten 20 Cent, für die zweite und jede weitere Stunde jeweils ein Euro. Für einen Tagesparkschein sechs Euro, für Wohnmobile auf den Wohnmobilparkplätzen je Tag 7 Euro. Die Parkgebühr wird laut Bürgermeister Dr. Nico Ritz, ab dem 1. Februar erhoben. Hier stehen die 14 Automaten: Hans-Staden-Allee (einschl. Reithausplatz und Alleebereich), Bergstraße, Holzhäuser Straße (Parkplatz Awo), Ziegenhainer Straße, Parkstraße, Wallstraße, Untergasse und Parkhaus Pulverturm.

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