Könner an der Flöte

Paula und Emil Klöpfel überzeugen bei „Jugend musiziert“

Erfolgreiches Geschwisterduo: Paula und Emil Klöpfel spielen seit vielen Jahren Blockflöte und freuen sich nun über ihren Erfolg bei „Jugend musiziert“.
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Erfolgreiches Geschwisterduo: Paula und Emil Klöpfel spielen seit vielen Jahren Blockflöte und freuen sich nun über ihren Erfolg bei „Jugend musiziert“.

Musik liegt ihnen einfach im Blut. Kein Rap, Soul oder Hip-Hop, dafür Klassik umso mehr. Wenn die dann auch noch auf der Blockflöte gespielt wird, ist für Paula und Emil Klöpfel die Welt perfekt.

Homberg – Paula und Emil Klöpfel spielen sie seit ihrer frühen Kindheit mit Hingabe. Das Üben war für sie dabei nie ein Muss, sondern vielmehr eine Freude. „Ich liebe es einfach, zu musizieren“, schwärmt der 13-jährige Emil. Gerade hat er den zweiten Platz beim renommierten Musikförderprojekt „Jugend musiziert“ für sich verbuchen können – nicht auf Regional- oder Landesebene, nein, der Schüler der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule hat es bis ins Bundesfinale geschafft. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.“ Er ist stolz, nach einem Ensembleerfolg vor zwei Jahren nun solo erfolgreich gewesen zu sein.

Seine große Schwester Paula hat es beim Bundesentscheid erstmals solo aufs Siegertreppchen geschafft, und das sogar nach ganz oben. Erster Platz mit 24 Punkten, das mache sie „rundum glücklich“, obwohl die Umstände die Freude etwas trübten. „Wegen Corona hat alles nur online stattgefunden, deshalb konnten wir nicht Workshops besuchen oder andere Teilnehmer treffen und deren Beiträge live hören“, sagt die 16-Jährige.

In Bremen hatten über Pfingsten 140 Juroren aus dem gesamten Bundesgebiet die eingereichten Beiträge unter strengen Hygienevorgaben bewertet, die von 2250 für den Bundeswettbewerb qualifizierten Teilnehmern der Solo- und Duo-Kategorien eingereicht worden waren. Insgesamt wurden 437 erste, 652 zweite und 599 dritte Preise vergeben.

Ein Programm, das herausfordert und erfreut

Das Gemeinschaftsgefühl, das sonst bei dem Wettbewerb aufkomme, habe so zwar leider gefehlt, resümiert Barbara Volgmann, die sich aber dennoch sehr freut über den Erfolg ihrer Schützlinge. Sie ist schließlich am Erfolg der Geschwisterduos beteiligt, unterrichtet und fördert die Zwei seit vielen Jahren – Emil seit 2013, Paula seit 2011 – und erarbeitet mit ihnen die entsprechenden Stücke. „Ein schönes Programm zu finden, das den Jugendlichen wirklich Spaß macht, ist ungeheuer wichtig“, sagt Volgmann. Es müsse sie einerseits herausfordern, technisch und musikalisch, andererseits müsse es sie einfach erfreuen.

Für Paula ging es unter anderem mit einem Stück von Giovanni Battista Fontana und für ihren Bruder mit einem Werk von Giovanni Paolo Cima in den Frühbarock, weil „sie da noch hineinwachsen konnten und ich mir dachte, es könnte ihnen Spaß machen“, sagt die Lehrerin und scheint auch mit ihrer übrigen Auswahl richtig gelegen zu haben, darunter auch modernere Stücke wie „Das Lied des tanzenden Stinktiers“ für Paula, und eine Rumba sowie eine Fanfare für Emil, bei der er mit zwei Flöten gleichzeitig auftrumpfen konnte.

So sehr sich beide auch über ihre Erfolge freuen, eine berufliche Karriere in der Musik können sie sich nicht vorstellen. „Nein, ich will lieber etwas mit Mathematik machen“, sagt Emil, ohne genau zu wissen, wo es hingehen soll. Paula will es nicht ganz ausschließen, sie hat sich gerade für ein Jungstudium an der Frankfurter Musikhochschule beworben. (Sascha Hoffmann)

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